Projektmanagement in der Verwaltung — nach Kanton.
HERMES, Schweizer Datenhaltung und Beschaffungsrecht bilden den Rahmen für Projekte der öffentlichen Hand. Diese Leitfäden ordnen die Tool-Auswahl kantonsspezifisch ein — neutral und praxisnah.
In der öffentlichen Hand richtet sich die Tool-Auswahl nicht nach Marketing, sondern nach Recht und Methodik: HERMES-Abbildbarkeit, Datenhaltung in der Schweiz und Beschaffungskonformität (IVöB) greifen vor der Funktionsfrage.
Kanton Zürich
Der Kanton Zürich ist der grösste und wirtschaftsstärkste der Schweiz — mit entsprechend vielen Verwaltungsprojekten. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die öffentliche Hand ein.
Leitfaden lesen BE · BernKanton Bern
Bern ist Bundesstadt und Sitz aller Bundesbehörden — nirgendwo ist HERMES tiefer verankert. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen LU · LuzernKanton Luzern
Luzern ist das wirtschaftliche Zentrum der Zentralschweiz mit einer aktiven kantonalen Verwaltung. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die öffentliche Hand ein.
Leitfaden lesen SG · St. GallenKanton St. Gallen
St. Gallen ist das Zentrum der Ostschweiz mit einer starken Bildungs- und Wirtschaftstradition. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen AG · AarauKanton Aargau
Der Aargau ist ein bevölkerungsstarker Kanton mit Hauptort Aarau und starkem Energie- und Industriesektor. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen BS · BaselKanton Basel-Stadt
Basel-Stadt ist das globale Life-Sciences-Zentrum der Schweiz und ein trinationaler Wirtschaftsraum. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen ZG · ZugKanton Zug
Zug ist der Kanton mit der höchsten Firmendichte der Schweiz und einem florierenden Crypto Valley. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen VD · LausanneKanton Waadt
Die Waadt ist der grösste Westschweizer Kanton mit Hauptort Lausanne und starkem Bildungs- und Techsektor. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen GE · GenfKanton Genf
Genf ist das internationale Zentrum der Schweiz mit UNO, NGOs und einem starken Finanzplatz. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen TI · BellinzonaKanton Tessin
Das Tessin ist der italienischsprachige Kanton der Schweiz mit Hauptort Bellinzona. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen GR · ChurKanton Graubünden
Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz mit Hauptort Chur. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen ZH · WinterthurStadt Winterthur
Winterthur ist die sechstgrösste Stadt der Schweiz mit einer eigenen, projektintensiven Stadtverwaltung. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl ein.
Leitfaden lesen TG · FrauenfeldKanton Thurgau
Der Thurgau ist ein wirtschaftlich vielseitiger Ostschweizer Kanton mit Hauptort Frauenfeld. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesen VS · SittenKanton Wallis
Das Wallis ist ein zweisprachiger Bergkanton mit Hauptort Sitten und starkem Tourismus- und Energiesektor. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl ein.
Leitfaden lesen FR · FreiburgKanton Freiburg
Freiburg liegt an der deutsch-französischen Sprachgrenze und ist ein Universitäts- und Verwaltungsstandort. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl ein.
Leitfaden lesen NE · NeuenburgKanton Neuenburg
Neuenburg ist ein Westschweizer Kanton mit Uhrmachertradition und Sitz des Bundesamts für Statistik. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl ein.
Leitfaden lesen SO · SolothurnKanton Solothurn
Solothurn ist ein Kanton mit barocker Hauptstadt und starker Präzisions- und Uhrenindustrie. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.
Leitfaden lesenWarum die öffentliche Hand eigene Anforderungen stellt
Die Auswahl eines Projektmanagement-Werkzeugs in der kantonalen Verwaltung folgt einer anderen Logik als in der Privatwirtschaft. Massgeblich sind zunächst zwei rechtlich- methodische Rahmen: HERMES als Schweizer Projektmanagement-Standard, der für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand faktisch gesetzt und häufig verbindlich ist, sowie das öffentliche Beschaffungsrecht, kantonal geregelt über die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) und oberhalb der Schwellenwerte über das WTO-Beschaffungsübereinkommen (GPA).
Hinzu kommt die Datenhaltung: In vielen kantonalen Kontexten ist die Datenspeicherung in der Schweiz keine Kür, sondern Vorgabe — aus kantonalem Datenschutzrecht, dem revidierten eidgenössischen DSG oder internen Sicherheitsweisungen. Wo das gilt, scheiden Werkzeuge mit reiner US-Cloud unabhängig von ihren Funktionen aus. Die sinnvolle Prüfreihenfolge lautet daher: erst Beschaffungsrecht und Datenhaltung als harte Filter, dann HERMES-Abbildbarkeit, dann Funktionen und Bedienung.
Die einzelnen Leitfäden oben vertiefen diese Punkte je Kanton — mit dem konkreten wirtschaftlichen Kontext, den prägenden Auftraggebern und den sprachlichen Besonderheiten (etwa der Zwei- oder Dreisprachigkeit in Bern, Wallis, Freiburg, Graubünden oder im Tessin). Für die Standort-Perspektive ausserhalb der Verwaltung siehe die Städte-Guides, für die methodische Grundlage die HERMES-Übersicht.
Verwandte Übersichten
Der Rahmen: HERMES, Beschaffungsrecht, Datenhaltung
Projektarbeit in der kantonalen Verwaltung bewegt sich in einem dreifachen Rahmen, der in allen Kantonen ähnlich wirkt und der jeder Werkzeugentscheidung vorgelagert ist. Die Unterschiede zwischen den Kantonen liegen nicht in diesem Rahmen, sondern in der Art der Vorhaben, den Sprachanforderungen und der Grösse der Verwaltung — darum geht es auf den einzelnen Kantonsseiten.
HERMES als methodischer Standard
HERMES ist die Projektmanagement-Methode der Schweizer Bundesverwaltung und in vielen Kantonen, Gemeinden und öffentlich-nahen Betrieben im Einsatz. Für IT- und Organisationsvorhaben der öffentlichen Hand ist die Methode faktisch gesetzt, in manchen Verwaltungen verbindlich vorgeschrieben.
Für die Werkzeugwahl folgt daraus eine konkrete Prüffrage: Lassen sich Phasen mit dokumentierten Freigabeentscheiden, den Phasen zugeordnete Ergebnisse und ein Rollenmodell mit passenden Rechten abbilden? Wichtig ist, das im Test zu prüfen und nicht anhand der Herstelleraussage «HERMES-tauglich». Lassen Sie ein reales Vorhaben mit seinem Szenario anlegen. Geht das nur über Umwege oder freie Textfelder, ist die Methodenunterstützung nominell.
Beschaffungsrecht
Die Beschaffung eines Werkzeugs unterliegt dem öffentlichen Beschaffungsrecht — kantonal geregelt über die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen und, oberhalb der Staatsvertragsschwellen, über die entsprechenden internationalen Verpflichtungen. Massgebend für die Verfahrenswahl ist der geschätzte Auftragswert über die gesamte Vertragsdauer, nicht der Jahresbetrag. Bei Software mit fünfjähriger Laufzeit liegt dieser Wert entsprechend höher als der jährliche Lizenzbetrag — ein Punkt, der regelmässig übersehen wird und zur falschen Verfahrenswahl führt.
Praktisch heisst das: Der gesamte Aufwand liegt in der Vorbereitung. Ist die Ausschreibung publiziert, sind Leistungsbeschrieb, Kriterien und Gewichtung fixiert. Der Leistungsbeschrieb muss lösungsneutral sein — produktspezifische Vorgaben schränken den Wettbewerb ein und sind begründungsbedürftig. Und der Meilenstein heisst «Vertrag wirksam», nicht «Zuschlag erteilt»: Dazwischen liegt die Beschwerdefrist.
Datenhaltung und Datenschutz
Bei der Datenhaltung sind drei Fragen zu trennen, die in Anbieterangaben regelmässig vermischt werden: Wo stehen die Server, wer betreibt sie, und welchem Recht untersteht der Betreiber. Ein Schweizer Serverstandort schliesst ausländische Zugriffsansprüche nicht aus, wenn die vertragsschliessende Gesellschaft ihren Sitz im Ausland hat und dort zur Herausgabe verpflichtet werden kann.
Fragen Sie zusätzlich getrennt nach Produktivdaten, Sicherungen und Protokolldaten. Viele Anbieter halten Produktivdaten im Inland und Sicherungen anderswo — beides sind Personendaten, und für die Beurteilung zählt der ungünstigste Fall, nicht der beworbene. Verlangen Sie die vollständige Liste der Unterauftragsbearbeiter mit Sitzland; Anbieter mit sauberer Struktur haben sie öffentlich.
Für kantonale Organe gilt neben dem Bundesrecht das jeweilige kantonale Datenschutzrecht. Welche Vorgaben im konkreten Fall greifen, klären Sie mit der zuständigen Datenschutzstelle Ihres Kantons — die Angaben hier sind eine allgemeine fachliche Einordnung und keine Rechtsberatung.
Weitere Anforderungen der öffentlichen Hand
Über den methodischen und rechtlichen Rahmen hinaus kommen drei Anforderungen hinzu, die viele Produkte nur teilweise erfüllen. Die Zugänglichkeit der Weboberfläche ist nachzuweisen, nicht zuzusichern. Die Mehrsprachigkeit muss vollständig sein, einschliesslich Fehlermeldungen und Hilfetexte — teilübersetzte Oberflächen erfüllen die Anforderung faktisch nicht. Und die Archivierungsfähigkeit verlangt, dass Projektdaten nachvollziehbar und exportierbar bleiben.
Die Reihenfolge der Prüfung
Datenhaltung, Sprachen und Zugänglichkeit gehören als Ausschlusskriterien geführt, nicht als gewichtete Bewertungspunkte. Der Grund ist praktisch: Ein Punktabzug lässt sich durch Vorteile an anderer Stelle ausgleichen, eine nicht erfüllbare Vorgabe nicht. Erst danach folgen die Bewertungskriterien — Methodenunterstützung, Bedienbarkeit, Betriebsaufwand und Kosten über die Nutzungsdauer.