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Kantone & öffentliche Hand

Projektmanagement in der kantonalen Verwaltung Zürich

Der Kanton Zürich ist der grösste und wirtschaftsstärkste der Schweiz — mit entsprechend vielen Verwaltungsprojekten. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die öffentliche Hand ein.

8 Min. Lesezeit Hauptort Zürich
Kurz beantwortet

In der Verwaltung des Kantons Zürich richtet sich die Tool-Auswahl nach HERMES-Abbildbarkeit, Schweizer Datenhaltung und Beschaffungsrecht (IVöB). Diese drei Filter greifen vor der Funktionsfrage — US-Cloud-Tools scheiden oft schon hier aus.

Kanton Zürich (ZH)

Der Kanton Zürich ist mit rund 1,6 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste der Schweiz und beheimatet das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die kantonale Verwaltung ist entsprechend gross, mit zahlreichen Direktionen, Ämtern und einer aktiven Digitalisierungsagenda. Die Beschaffungsstelle des Kantons wickelt ein hohes Volumen an IT- und Dienstleistungsaufträgen ab, für die HERMES und das kantonale Beschaffungsrecht den Rahmen bilden.

Kantonale Verwaltung und ÄmterGesundheitswesen (Universitätsspital, kantonale Spitäler)Bildung (Universität, ETH, Fachhochschulen)Gemeinden und Städte im Kanton

Warum die Verwaltung Zürich eigene Anforderungen stellt

Als grösster Kanton führt Zürich viele parallele Verwaltungs- und IT-Projekte — von der Digitalisierung von Behördenleistungen über Fachanwendungen bis zu departementsübergreifenden Vorhaben. Der Massstab macht Standardisierung wichtig: HERMES sorgt für eine gemeinsame Projektsprache, das Beschaffungsrecht für faire und nachvollziehbare Vergaben. Ein Projektmanagement-Werkzeug muss sich in beide Rahmen einfügen.

Was Projekte im Kanton Zürich prägt

Zürich führt Projekte in einer Grössenordnung, die in anderen Kantonen selten vorkommt: Die Kantonsverwaltung, das Universitätsspital, mehrere kantonale Spitäler und ein dichtes Netz aus Gemeinden erzeugen laufend Vorhaben mit dreistelliger Beteiligtenzahl. Der praktische Unterschied liegt weniger in der Methodik als in der Koordination — bei Vorhaben dieser Grösse ist die Abstimmung zwischen Organisationseinheiten der eigentliche Aufwandstreiber.

Für die Werkzeugwahl folgt daraus eine Anforderung, die kleinere Kantone nicht in dieser Schärfe haben: Ein Tool muss viele parallele Projekte über mehrere Einheiten hinweg abbilden und dabei eine belastbare Rechtetrennung bieten. Wer im Gesundheitsbereich arbeitet, hat zusätzlich mit besonders schützenswerten Personendaten zu tun — hier ist die Datenhaltung kein Bewertungspunkt, sondern ein Ausschlusskriterium.

Die Nähe zu ETH und Universität bringt eine zweite Eigenheit: Forschungsnahe Vorhaben und Drittmittelprojekte folgen eigenen Berichtszyklen und Nachweispflichten, die sich mit dem Standardvorgehen der Verwaltung nicht immer decken. Das ist bei der Toolauswahl mitzudenken, wenn die Lösung auch in diesem Umfeld eingesetzt werden soll.

Rahmen: HERMES, IVöB und Datenhaltung

Der methodische und rechtliche Rahmen — HERMES als Standard, das Beschaffungsrecht nach IVöB, die Anforderungen an die Datenhaltung — gilt für alle Kantone gleichermassen und ist im Überblick «Projektmanagement in der kantonalen Verwaltung» ausführlich behandelt. Diese Seite ergänzt, was im Kanton anders ist.

Der Zielweg für Zürcher Teams

Für Verwaltungseinheiten, Gemeinden und öffentlich finanzierte Organisationen im Kanton Zürich, die ein schlankes Tool mit Schweizer Datenhaltung suchen, ist Flenio eine Option: deutschsprachig, mit Datenhaltung im Raum Zürich und einer Struktur, die sich an HERMES-Phasen ausrichten lässt. Die Standort-Seite zeigt die lokalen Details.

Die Entscheidung bleibt Ihre: Prüfen Sie zuerst die verbindlichen Rahmenbedingungen Ihrer Einheit, dann die HERMES-Abbildbarkeit, dann Bedienung und Funktionsumfang. Der HERMES-Szenario-Finder hilft, das passende Szenario zu bestimmen.

Praxis im Kanton Zürich

Beschaffung über die kantonale Fachstelle

Der Kanton Zürich wickelt Beschaffungen über die Fachstelle Beschaffungskonferenz des Kantons Zürich (BKZ) ab und publiziert Ausschreibungen auf simap.ch. Wegen des hohen Auftragsvolumens sind viele IT-Vergaben ausschreibungspflichtig; die Schwellenwerte der revidierten IVöB (in Kraft seit 2021 im Kanton Zürich) geben den Rahmen vor.

Digitalisierungsstrategie als Treiber

Die kantonale Digitalstrategie und die Verwaltungsdigitalisierung erzeugen laufend Projektbedarf über Direktionen hinweg. Für departementsübergreifende Vorhaben ist eine einheitliche HERMES-Anwendung besonders wertvoll, weil sie Vergleichbarkeit über die vielen beteiligten Ämter schafft.

Häufige Fragen

Welches Projektmanagement-Tool eignet sich für die Verwaltung im Kanton Zürich?
Eines, das HERMES-Strukturen abbildet, die Anforderungen an die Datenhaltung erfüllt und Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert. Datenhaltung und Beschaffungsrecht sind dabei die vorgelagerten Filter — sie werden vor der Funktionsfrage geprüft, weil eine nicht erfüllbare Vorgabe sich nicht durch Funktionsvorteile ausgleichen lässt.
Ist HERMES im Kanton Zürich verbindlich?
HERMES ist der Schweizer Standard und für IT- und Organisationsvorhaben der öffentlichen Hand faktisch gesetzt, in vielen Verwaltungseinheiten verbindlich vorgeschrieben. Massgebend sind die konkreten Weisungen Ihrer Einheit; die Methodenstelle des Kantons gibt darüber verbindlich Auskunft. Ein Werkzeug sollte HERMES in jedem Fall abbilden können.
Welche Sprachanforderungen gelten für ein PM-Tool im Kanton Zürich?
Der Kanton Zürich arbeitet deutschsprachig; eine vollständig deutsche Oberfläche inklusive Fehlermeldungen und Hilfetexte ist die Mindestanforderung. Bei Vorhaben mit Partnern aus anderen Sprachregionen oder mit Bundesstellen lohnt es sich, die Verfügbarkeit weiterer Sprachen vorab zu prüfen, statt sie später nachzurüsten.