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Kantone & öffentliche Hand

Projektmanagement in der kantonalen Verwaltung Bern

Bern ist Bundesstadt und Sitz aller Bundesbehörden — nirgendwo ist HERMES tiefer verankert. Dieser Leitfaden ordnet die Tool-Auswahl für die Verwaltung ein.

8 Min. Lesezeit Hauptort Bern
Kurz beantwortet

In der Verwaltung des Kantons Bern ist HERMES als Bundesstandard besonders tief verankert. Die Tool-Auswahl folgt HERMES-Abbildbarkeit, Schweizer Datenhaltung und Beschaffungsrecht — in dieser Reihenfolge, vor der Funktionsfrage.

Kanton Bern (BE)

Bern ist die Bundesstadt und Sitz sämtlicher Bundesbehörden — über dreissig Bundesämter, das Bundeshaus und zentrale eidgenössische Institutionen. Die HERMES-Methode wurde im Bundesumfeld entwickelt und ist seit Jahren für IT-Projekte des Bundes verbindlich. Der Kanton Bern und seine Verwaltung stehen in enger Nähe zu diesem Ökosystem, was HERMES-Kompetenz und Beschaffungserfahrung in der Region überdurchschnittlich prägt.

Kantonale und BundesverwaltungÖffentlich-nahe Betriebe und Bundes-LieferantenGesundheitswesen (Inselspital)Bildung (Universität Bern, BFH)

Bundesnähe prägt die Projektpraxis

Kaum ein Ort in der Schweiz ist so von HERMES geprägt wie Bern. Die Nähe zu den Bundesämtern bedeutet nicht nur, dass HERMES hier zum Alltag gehört, sondern auch, dass viele regionale Firmen als Bundes-Lieferanten nach dieser Methode arbeiten. Für die kantonale Verwaltung wie für ihre Auftragnehmer ist die saubere Abbildung von HERMES-Phasen, -Rollen und -Ergebnissen deshalb ein zentrales Auswahlkriterium für jedes Werkzeug.

HERMES und öffentliche Beschaffung: der Rahmen

Projektarbeit in der kantonalen Verwaltung bewegt sich in einem doppelten Rahmen. Erstens ist HERMES der etablierte Schweizer Projektmanagement-Standard; für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand ist er faktisch gesetzt, oft verbindlich. Ein Werkzeug muss dessen Phasen, Rollen und Ergebnisse abbilden können. Zweitens unterliegt die Beschaffung eines Tools dem öffentlichen Beschaffungsrecht — kantonal geregelt über die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) und, oberhalb der Schwellenwerte, über das WTO-Beschaffungsübereinkommen (GPA).

Praktisch heisst das: Wer in der Verwaltung ein Projektmanagement-Tool auswählt, entscheidet nicht nur nach Funktionen. Datenhaltung, Nachvollziehbarkeit und Beschaffungskonformität sind die vorgelagerten Filter — und erst danach zählt, wie gut das Werkzeug den Alltag der Projektteams unterstützt.

Datenhaltung: in der öffentlichen Hand oft eine Vorgabe

In vielen kantonalen Kontexten ist die Datenhaltung in der Schweiz keine Kür, sondern Vorgabe — sei es aus kantonalem Datenschutzrecht, aus dem revidierten eidgenössischen DSG oder aus internen Sicherheitsweisungen. Wo das gilt, scheiden Werkzeuge mit reiner US-Cloud unabhängig von ihren Funktionen aus. Es lohnt sich daher, die Auswahl mit der Frage nach dem Speicherort zu beginnen und erst danach über Bedienung und Funktionsumfang zu sprechen.

Prüfreihenfolge

1. Beschaffungsrecht (IVöB/GPA) und Datenhaltung als harte Filter. 2. HERMES-Abbildbarkeit. 3. Funktionen und Bedienung. Wer diese Reihenfolge einhält, verliert sich nicht in einem funktional attraktiven Tool, das an einer harten Vorgabe scheitert.

Der Zielweg für Berner Teams

Für Verwaltungseinheiten und Bundes-nahe Organisationen in Bern, die ein HERMES-taugliches Tool mit Schweizer Datenhaltung suchen, ist Flenio eine Option — deutschsprachig und mit einer Struktur, die sich an den HERMES-Phasen ausrichten lässt. Da der Betreiber selbst aus dem Schweizer Projektumfeld kommt, ist der methodische Bezug kein Zufall. Die Standort-Seite zeigt die lokalen Details.

Praxis im Kanton Bern

Nähe zu den Bundesweisungen

Weil in Bern die Bundesverwaltung sitzt, orientieren sich viele kantonale und bundesnahe Stellen eng an den HERMES-Weisungen des Bundes. Wer hier ein Tool auswählt, sollte prüfen, ob es die aktuelle HERMES-Version (2022) mit ihren Szenarien und Modulen sauber abbildet.

Zweisprachigkeit im Kanton

Der Kanton Bern ist offiziell deutsch- und französischsprachig. Für Projekte, die den französischsprachigen Berner Jura einbeziehen, sollte ein Werkzeug beide Sprachen unterstützen; HERMES liegt in deutscher und französischer Fassung vor.

Häufige Fragen

Welches Projektmanagement-Tool eignet sich für die Verwaltung im Kanton Bern?
Eines, das HERMES-Strukturen abbildet, Datenhaltung in der Schweiz bietet und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen ermöglicht. Datenhaltung und Beschaffungsrecht (IVöB) sind dabei die vorgelagerten Filter, die vor der Funktionsfrage geprüft werden.
Ist HERMES im Kanton Bern verbindlich?
HERMES ist der Schweizer Standard und für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand faktisch gesetzt — häufig verbindlich vorgeschrieben. Massgeblich sind die konkreten Weisungen der jeweiligen Verwaltungseinheit; ein Tool sollte HERMES in jedem Fall abbilden können.
Muss die Beschaffung eines PM-Tools ausgeschrieben werden?
Das hängt vom Auftragswert ab. Oberhalb der Schwellenwerte der IVöB (und bei sehr grossen Aufträgen des GPA/WTO) besteht Ausschreibungspflicht. Unterhalb gelten je nach Kanton einfachere Verfahren. Die kantonale Beschaffungsstelle gibt darüber verbindlich Auskunft.