In der Verwaltung des Kantons Basel-Stadt folgt die Tool-Auswahl der HERMES-Abbildbarkeit, Schweizer Datenhaltung und dem Beschaffungsrecht. Im Life-Sciences-Umfeld wiegt die Datenhaltung besonders schwer.
Basel-Stadt ist das globale Zentrum der Life-Sciences-Industrie mit den Hauptsitzen von Roche und Novartis und einem dichten Cluster aus Biotech, CROs und Pharma-Zulieferern. Als Halbkanton in einem trinationalen Raum (CH/DE/FR) hat die Verwaltung besondere Erfahrung mit grenzüberschreitenden und datensensiblen Vorhaben. Datenschutz und Datenhaltung haben hier ein überdurchschnittliches Gewicht.
Datensensibles Umfeld, hohe Anforderungen
In einem Kanton, dessen Wirtschaft von Life Sciences und Gesundheitsdaten geprägt ist, hat der Umgang mit sensiblen Daten einen hohen Stellenwert — auch in der Verwaltung. Projekte berühren häufig schützenswerte Daten, was die Frage der Datenhaltung von einem Nebenkriterium zu einem zentralen Auswahlfaktor macht. HERMES liefert den methodischen Rahmen, das Beschaffungsrecht die Vergabegrundlage.
HERMES und öffentliche Beschaffung: der Rahmen
Projektarbeit in der kantonalen Verwaltung bewegt sich in einem doppelten Rahmen. Erstens ist HERMES der etablierte Schweizer Projektmanagement-Standard; für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand ist er faktisch gesetzt, oft verbindlich. Ein Werkzeug muss dessen Phasen, Rollen und Ergebnisse abbilden können. Zweitens unterliegt die Beschaffung eines Tools dem öffentlichen Beschaffungsrecht — kantonal geregelt über die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) und, oberhalb der Schwellenwerte, über das WTO-Beschaffungsübereinkommen (GPA).
Praktisch heisst das: Wer in der Verwaltung ein Projektmanagement-Tool auswählt, entscheidet nicht nur nach Funktionen. Datenhaltung, Nachvollziehbarkeit und Beschaffungskonformität sind die vorgelagerten Filter — und erst danach zählt, wie gut das Werkzeug den Alltag der Projektteams unterstützt.
Datenhaltung: in der öffentlichen Hand oft eine Vorgabe
In vielen kantonalen Kontexten ist die Datenhaltung in der Schweiz keine Kür, sondern Vorgabe — sei es aus kantonalem Datenschutzrecht, aus dem revidierten eidgenössischen DSG oder aus internen Sicherheitsweisungen. Wo das gilt, scheiden Werkzeuge mit reiner US-Cloud unabhängig von ihren Funktionen aus. Es lohnt sich daher, die Auswahl mit der Frage nach dem Speicherort zu beginnen und erst danach über Bedienung und Funktionsumfang zu sprechen.
1. Beschaffungsrecht (IVöB/GPA) und Datenhaltung als harte Filter. 2. HERMES-Abbildbarkeit. 3. Funktionen und Bedienung. Wer diese Reihenfolge einhält, verliert sich nicht in einem funktional attraktiven Tool, das an einer harten Vorgabe scheitert.
Der Zielweg für Basler Teams
Für Verwaltungseinheiten und öffentlich-nahe Organisationen in Basel, die ein Tool mit Schweizer Datenhaltung und klarer Datenschutz-Ausrichtung suchen, ist Flenio eine Option. Die Standort-Seite zeigt die lokalen Details.
Praxis im Kanton Basel-Stadt
Halbkanton mit eigener Beschaffung
Basel-Stadt ist ein Halbkanton mit eigener Beschaffungsstelle und eigenem Datenschutzrecht. Für Projekte im Life-Sciences-nahen Umfeld sollte die Datenhaltung besonders sorgfältig geprüft werden, da häufig schützenswerte Daten berührt werden.
Trinationaler Raum
Der trinationale Raum (CH/DE/FR) bringt grenzüberschreitende Projekte mit sich. Bei diesen ist die Frage, in welchem Land Daten verarbeitet werden, nicht akademisch, sondern konkret regelungsbedürftig — ein weiterer Grund, die Datenhaltung vorab zu klären.
Häufige Fragen
- Welches Projektmanagement-Tool eignet sich für die Verwaltung im Kanton Basel-Stadt?
- Eines, das HERMES-Strukturen abbildet, Datenhaltung in der Schweiz bietet und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen ermöglicht. Datenhaltung und Beschaffungsrecht (IVöB) sind dabei die vorgelagerten Filter, die vor der Funktionsfrage geprüft werden.
- Ist HERMES im Kanton Basel-Stadt verbindlich?
- HERMES ist der Schweizer Standard und für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand faktisch gesetzt — häufig verbindlich vorgeschrieben. Massgeblich sind die konkreten Weisungen der jeweiligen Verwaltungseinheit; ein Tool sollte HERMES in jedem Fall abbilden können.
- Muss die Beschaffung eines PM-Tools ausgeschrieben werden?
- Das hängt vom Auftragswert ab. Oberhalb der Schwellenwerte der IVöB (und bei sehr grossen Aufträgen des GPA/WTO) besteht Ausschreibungspflicht. Unterhalb gelten je nach Kanton einfachere Verfahren. Die kantonale Beschaffungsstelle gibt darüber verbindlich Auskunft.