In der Verwaltung des Kantons Wallis (Hauptort Sitten) folgt die Tool-Auswahl der HERMES-Abbildbarkeit, Schweizer Datenhaltung und dem Beschaffungsrecht. Der zweisprachige Kanton (Deutsch und Französisch) stellt zusätzliche Sprachanforderungen.
Das Wallis ist ein zweisprachiger Kanton (Ober-Wallis deutschsprachig, Unter-Wallis französischsprachig) mit Sitten (Sion) als Hauptort. Die Wirtschaft ist von Tourismus (Zermatt, Verbier, Saas-Fee), Wasserkraft und Energie, Landwirtschaft (Wein, Obst) sowie der kantonalen Verwaltung geprägt. Die alpine Topografie stellt besondere Anforderungen an die Koordination.
Zweisprachigkeit und alpine Koordination
Das Wallis vereint zwei Sprachregionen und eine grosse, topografisch anspruchsvolle Fläche. Verwaltungsprojekte müssen über Sprachgrenzen und Täler hinweg koordiniert werden, was eine klare, gemeinsame Projektmethodik besonders wertvoll macht. Ein Werkzeug sollte zudem deutsch- und französischsprachige Bedienung bieten; HERMES liegt in beiden Sprachen vor.
HERMES und öffentliche Beschaffung: der Rahmen
Projektarbeit in der kantonalen Verwaltung bewegt sich in einem doppelten Rahmen. Erstens ist HERMES der etablierte Schweizer Projektmanagement-Standard; für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand ist er faktisch gesetzt, oft verbindlich. Ein Werkzeug muss dessen Phasen, Rollen und Ergebnisse abbilden können. Zweitens unterliegt die Beschaffung eines Tools dem öffentlichen Beschaffungsrecht — kantonal geregelt über die Interkantonale Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen (IVöB) und, oberhalb der Schwellenwerte, über das WTO-Beschaffungsübereinkommen (GPA).
Praktisch heisst das: Wer in der Verwaltung ein Projektmanagement-Tool auswählt, entscheidet nicht nur nach Funktionen. Datenhaltung, Nachvollziehbarkeit und Beschaffungskonformität sind die vorgelagerten Filter — und erst danach zählt, wie gut das Werkzeug den Alltag der Projektteams unterstützt.
Datenhaltung: in der öffentlichen Hand oft eine Vorgabe
In vielen kantonalen Kontexten ist die Datenhaltung in der Schweiz keine Kür, sondern Vorgabe — sei es aus kantonalem Datenschutzrecht, aus dem revidierten eidgenössischen DSG oder aus internen Sicherheitsweisungen. Wo das gilt, scheiden Werkzeuge mit reiner US-Cloud unabhängig von ihren Funktionen aus. Es lohnt sich daher, die Auswahl mit der Frage nach dem Speicherort zu beginnen und erst danach über Bedienung und Funktionsumfang zu sprechen.
1. Beschaffungsrecht (IVöB/GPA) und Datenhaltung als harte Filter. 2. HERMES-Abbildbarkeit. 3. Funktionen und Bedienung. Wer diese Reihenfolge einhält, verliert sich nicht in einem funktional attraktiven Tool, das an einer harten Vorgabe scheitert.
Der Zielweg für Walliser Teams
Für Verwaltungseinheiten im Wallis, die ein mehrsprachiges Tool mit Schweizer Datenhaltung suchen, ist Flenio eine Option — mit Bedienung unter anderem auf Deutsch und Französisch. Die Standort-Seite (Sitten) zeigt die lokalen Details.
Praxis im Kanton Wallis
Zweisprachige Verfahren
Das Wallis führt Verfahren im Ober-Wallis auf Deutsch und im Unter-Wallis auf Französisch. Ein Tool sollte beide Sprachen bedienen; HERMES liegt in beiden Fassungen vor.
Energie- und Infrastrukturprojekte
Wasserkraft und alpine Infrastruktur prägen viele öffentliche Vorhaben. Diese sind meist klassisch-plangetrieben mit langen Laufzeiten, was verlässliche Termin- und Meilensteinsteuerung erfordert.
Häufige Fragen
- Welches Projektmanagement-Tool eignet sich für die Verwaltung im Kanton Wallis?
- Eines, das HERMES-Strukturen abbildet, Datenhaltung in der Schweiz bietet und die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen ermöglicht. Datenhaltung und Beschaffungsrecht (IVöB) sind dabei die vorgelagerten Filter, die vor der Funktionsfrage geprüft werden.
- Ist HERMES im Kanton Wallis verbindlich?
- HERMES ist der Schweizer Standard und für IT- und Organisationsprojekte der öffentlichen Hand faktisch gesetzt — häufig verbindlich vorgeschrieben. Massgeblich sind die konkreten Weisungen der jeweiligen Verwaltungseinheit; ein Tool sollte HERMES in jedem Fall abbilden können.
- Muss die Beschaffung eines PM-Tools ausgeschrieben werden?
- Das hängt vom Auftragswert ab. Oberhalb der Schwellenwerte der IVöB (und bei sehr grossen Aufträgen des GPA/WTO) besteht Ausschreibungspflicht. Unterhalb gelten je nach Kanton einfachere Verfahren. Die kantonale Beschaffungsstelle gibt darüber verbindlich Auskunft.