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Branche

Projektmanagement im Architekturbüro: Entwurf, SIA-Phasen und Auslastung

Ein Architekturbüro führt selten nur ein Projekt. Die eigentliche Managementaufgabe liegt darin, Entwurfsqualität, Termine, Honorar und Auslastung über alle Projekte hinweg im Gleichgewicht zu halten.

7 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj
Kurz gesagt

Architekturbüros in der Schweiz strukturieren Projekte entlang der SIA-Leistungsphasen und rechnen oft nach SIA-Honorarordnungen ab. Die grössten Hebel sind der laufende Vergleich von Aufwand und Honorar pro Phase, ein sauberes Planmanagement, die Koordination der Fachplanenden und eine Mehrprojekt-Sicht auf die Auslastung des Teams.

Die Ausgangslage

Architekturbüros jeder Grösse — vom Zweipersonenbüro bis zum Generalplaner — begleiten Projekte von der ersten Idee bis zur Übergabe. In der Schweiz strukturiert das SIA-Leistungsmodell diesen Weg in Phasen wie Vorprojekt, Bauprojekt, Bewilligungsverfahren, Ausschreibung und Realisierung. Honorare werden häufig nach den SIA-Leistungs- und Honorarordnungen oder als Pauschalen vereinbart.

Gleichzeitig laufen meist mehrere Projekte in unterschiedlichen Phasen parallel. Ein Wettbewerb, ein Projekt in der Bewilligung und eine Baustelle konkurrieren um dieselben Leute. Hier entscheidet sich, ob ein Büro wirtschaftlich arbeitet.

Typische Herausforderungen

  • Aufwand übersteigt unbemerkt das Honorar einer Phase.
  • Parallele Projekte in intensiven Phasen führen zu Überlastung.
  • Koordination vieler Fachplanender mit unterschiedlichen Planständen.
  • Änderungswünsche der Bauherrschaft ohne klare Honorarfolge.
  • Wettbewerbe binden Kapazität mit ungewissem Ergebnis.

Passende Methoden

Das phasenorientierte Vorgehen ist im Architekturbüro durch das SIA-Modell vorgegeben. Ergänzend bewähren sich drei Praktiken: eine Aufwandsplanung pro Phase, die laufend mit dem Ist verglichen wird; ein konsequentes Planmanagement mit Freigaben und Verteilern; und ein büroweiter Blick auf die Auslastung, der zeigt, welche Projekte wann wie viele Leute brauchen.

Flenio

Flenio zeigt alle Projekte des Büros mit Phasen, Aufgaben und Auslastung in einer Übersicht, mit Datenhaltung in der Schweiz beziehungsweise EU.

Honorar und Aufwand pro Phase

Viele Büros merken erst bei der Schlussrechnung, dass ein Projekt unrentabel war. Der Grund liegt meist in einzelnen Phasen, deren Aufwand das anteilige Honorar weit überschritten hat — oft durch Änderungswünsche, die nicht als Zusatzleistung erfasst wurden. Wer pro Phase ein Stundenbudget aus dem Honorar ableitet und wöchentlich mit dem Ist vergleicht, erkennt Abweichungen, solange noch verhandelt oder gegengesteuert werden kann.

Erfolgsfaktoren aus der Praxis

Wirtschaftlich erfolgreiche Büros steuern früh und laufend. Die folgenden Punkte haben sich in Schweizer Projekten dieser Branche bewährt:

  • Stundenbudget pro Phase aus dem Honorar ableiten.
  • Änderungswünsche sofort als Zusatzleistung erfassen und offerieren.
  • Planmanagement-Regeln vor Planungsbeginn vereinbaren.
  • Wöchentlicher Blick auf die Auslastung aller Projekte.
  • Wettbewerbsteilnahmen bewusst nach verfügbarer Kapazität entscheiden.

Werkzeuge und Datenhaltung

Werkzeuge im Architekturbüro müssen Projekte, Phasen, Aufgaben und Zeiterfassung verbinden und die Auslastung über alle Projekte zeigen. Pläne selbst liegen meist in CAD- oder BIM-Umgebungen und Planservern; das Projektwerkzeug ergänzt diese um Steuerung, Termine und Verantwortlichkeiten. Bei öffentlichen Bauherren kommen Vorgaben zur Datenhaltung hinzu.

Häufige Fragen

Welche Methode passt für Architekturbüros?
Das phasenorientierte Vorgehen nach SIA-Leistungsmodell, ergänzt durch Aufwandscontrolling pro Phase, Planmanagement und eine büroweite Auslastungsplanung.
Wie verhindert man unrentable Projekte?
Indem pro Phase ein Stundenbudget aus dem Honorar abgeleitet und laufend mit dem Ist verglichen wird, und indem Änderungswünsche als Zusatzleistungen erfasst werden.
Warum braucht ein Büro eine Mehrprojekt-Sicht?
Weil parallele Projekte in intensiven Phasen um dieselben Personen konkurrieren. Erst die Gesamtübersicht zeigt Überlastung rechtzeitig.