Projekte in Versicherungen bewegen sich zwischen regulatorischen Anforderungen, gewachsenen Kernsystemen und dem Druck zur Digitalisierung. Bewährt sind hybride Vorgehen: klassisch gesteuerte Governance für Aufsichts- und Kernsystemprojekte, agile Teams für digitale Kundenschnittstellen und Produktentwicklung — verbunden über klare Entscheidungspunkte und eine gemeinsame Portfolio-Sicht.
Die Ausgangslage
Schweizer Versicherer stehen unter der Aufsicht der FINMA und verwalten Verträge, die teilweise Jahrzehnte laufen. Ihre IT-Landschaften sind entsprechend gewachsen: Kernsysteme für Bestand, Schaden und Inkasso bestehen oft seit langer Zeit und sind tief mit Prozessen verwoben. Gleichzeitig erwarten Kundinnen und Kunden digitale Abschlüsse, Schadenmeldungen per App und schnelle Antworten.
Projekte reichen deshalb von regulatorischen Anpassungen über die Ablösung von Kernsystemen bis zu neuen Produkten und digitalen Plattformen. Viele laufen parallel und greifen auf dieselben Fachleute zu — ein Umfeld, in dem Portfolio-Steuerung genauso wichtig ist wie die Führung einzelner Projekte.
Typische Herausforderungen
- Regulatorische Vorgaben mit festen Fristen.
- Gewachsene Kernsysteme und viele Abhängigkeiten.
- Hochsensible Kundendaten, auch Gesundheitsdaten.
- Knappe Fachexpertise, die in vielen Projekten gleichzeitig gebraucht wird.
- Spannung zwischen Sicherheit und Tempo.
Passende Methoden
Viele Versicherer arbeiten hybrid. Aufsichtsrelevante Vorhaben und Kernsystemprojekte folgen einer klaren Governance mit dokumentierten Entscheiden, weil Nachvollziehbarkeit gefordert ist. Digitale Produkte und Kundenschnittstellen werden agil entwickelt, oft in stabilen Teams entlang von Wertströmen. Entscheidend ist eine gemeinsame Sicht auf Prioritäten und Kapazitäten, damit Projekte nicht um dieselben Fachleute konkurrieren, ohne dass jemand entscheidet.
Flenio bringt klassisch gesteuerte und agile Vorhaben in eine gemeinsame Übersicht, mit Datenhaltung in der Schweiz beziehungsweise EU — relevant bei sensiblen Kundendaten.
Kernsystemablösungen als Sonderfall
Die Ablösung eines Kernsystems ist eines der riskantesten Vorhaben einer Versicherung: lange Laufzeit, Datenmigration über Jahrzehnte von Beständen, Parallelbetrieb und hohe Abhängigkeit von wenigen Wissensträgern. Erfolgreiche Programme zerlegen die Ablösung in Etappen mit eigenständigem Nutzen, planen die Migration als eigenes Teilprojekt und sichern das Wissen der langjährigen Fachleute frühzeitig.
Erfolgsfaktoren aus der Praxis
Fachexpertise ist in Versicherungen die knappste Ressource. Die folgenden Punkte haben sich in Schweizer Projekten dieser Branche bewährt:
- Portfolio-Priorisierung vor Projektstart, nicht während der Umsetzung.
- Aufsichtsfristen als harte Meilensteine führen.
- Kernsystemwissen dokumentieren und auf mehrere Personen verteilen.
- Agile Teams mit klaren Schnittstellen zur Governance.
- Datenschutz und Informationssicherheit ab der Initialisierung einbinden.
Werkzeuge und Datenhaltung
Werkzeuge müssen Rollen, Rechte und Nachvollziehbarkeit sauber abbilden und mit der bestehenden Landschaft zusammenspielen. Weil Projektdokumente oft Kundendaten oder vertrauliche Informationen enthalten, ist die Datenhaltung ein echtes Auswahlkriterium; eine Lösung mit Schweizer oder EU-Hosting ist dabei ein sachliches Argument, das mit Datenschutz und Informationssicherheit abgestimmt werden sollte.
Häufige Fragen
- Welche Methode passt in Versicherungen?
- Meist ein hybrider Ansatz: klare Governance für Aufsichts- und Kernsystemprojekte, agile Teams für digitale Produkte und Kundenschnittstellen.
- Warum ist Portfolio-Steuerung so wichtig?
- Weil viele Projekte parallel auf dieselben knappen Fachleute zugreifen. Ohne gemeinsame Priorisierung verzögern sich alle.
- Was ist bei Kernsystemablösungen entscheidend?
- Etappen mit eigenständigem Nutzen, eine eigenständig geplante Datenmigration und die frühe Sicherung des Wissens langjähriger Fachleute.