Die Definition of Ready beschreibt, wann ein Backlog-Eintrag so weit geklärt ist, dass er in einen Sprint aufgenommen werden kann. Sie ist eine Orientierung des Teams, keine formale Hürde — als starres Tor verwendet erzeugt sie Vorabklärung auf Vorrat und widerspricht der iterativen Arbeitsweise.
Das Problem, das sie löst
Ein Team, das im Sprint Planning erstmals versteht, worum es bei einem Eintrag geht, verliert Zeit an Klärung statt an Umsetzung. Die Definition of Ready beschreibt, was vorher geklärt sein sollte, damit das nicht passiert.
Anders als die Definition of Done ist sie kein offizieller Bestandteil von Scrum. Sie ist eine Teamvereinbarung, die dort nützlich ist, wo die Vorbereitung regelmässig zu knapp ausfällt — und überflüssig, wo das Refinement funktioniert.
Brauchbare Kriterien
- Der fachliche Nutzen ist beschrieben — wozu dient dieser Eintrag?
- Akzeptanzkriterien sind formuliert und mit dem Product Owner abgestimmt.
- Der Eintrag ist klein genug für einen Sprint.
- Abhängigkeiten zu anderen Einträgen oder Teams sind bekannt.
- Fachliche Fragen sind beantwortet oder als offen markiert mit benannter Ansprechperson.
- Das Team hat den Aufwand grob eingeschätzt.
Die fünfte Zeile enthält die wichtigste Nuance: «beantwortet oder als offen markiert». Eine Definition of Ready, die alle Fragen beantwortet verlangt, blockiert Einträge, deren offene Punkte sich erst bei der Umsetzung klären lassen — und das ist bei Wissensarbeit der Regelfall, nicht die Ausnahme.
Sobald die Definition of Ready als Ausschlusskriterium verwendet wird («das darf nicht in den Sprint»), erzeugt sie Vorabklärung auf Vorrat — genau das, was iterative Vorgehen vermeiden wollen. Sie sollte Orientierung bleiben, nicht Tor werden.
Wie sie missbraucht wird
Zwei Muster sind verbreitet. Im ersten wird die Definition of Ready zum Instrument des Teams gegen den Product Owner: Jeder unbequeme Eintrag scheitert an einem Kriterium, und die Zusammenarbeit verlagert sich in Formalien.
Im zweiten wird sie zum Wasserfall in kleinen Portionen: Alles muss vollständig spezifiziert sein, bevor es umgesetzt werden darf. Das Ergebnis ist eine Analysephase je Eintrag — mit demselben Grundproblem wie eine grosse Analysephase, nur häufiger.
Der praktikable Umgang
Halten Sie die Liste kurz — drei bis fünf Punkte — und behandeln Sie sie als Gesprächsgrundlage. Wenn ein Eintrag ein Kriterium nicht erfüllt, ist die Frage nicht «raus damit», sondern «können wir das im Sprint klären, und wer hilft dabei?».
In manchen Fällen lautet die Antwort ja, und der Eintrag kommt mit erhöhtem Risiko in den Sprint. In anderen nein, und er geht zurück ins Refinement. Diese Unterscheidung von Fall zu Fall ist der Unterschied zwischen einem nützlichen Instrument und einer Bürokratie.
Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.
Häufige Fragen
- Was ist eine Definition of Ready?
- Eine Teamvereinbarung darüber, wann ein Backlog-Eintrag so weit geklärt ist, dass er in einen Sprint aufgenommen werden kann — typischerweise: Nutzen beschrieben, Akzeptanzkriterien formuliert, Grösse passend, Abhängigkeiten bekannt.
- Ist die Definition of Ready Teil von Scrum?
- Nein. Anders als die Definition of Done ist sie kein offizieller Bestandteil des Rahmenwerks, sondern eine ergänzende Teamvereinbarung — nützlich dort, wo das Refinement regelmässig zu knapp ausfällt.
- Wann wird die Definition of Ready schädlich?
- Wenn sie als starres Ausschlusskriterium verwendet wird. Dann erzeugt sie Vorabklärung auf Vorrat und wird zum Wasserfall in kleinen Portionen. Sie sollte Gesprächsgrundlage bleiben, nicht Tor werden.