Was Tailoring bedeutet
Tailoring ist das Anpassen des HERMES-Methodenkerns an das konkrete Vorhaben. Weil nicht jedes Projekt denselben Umfang an Phasen, Modulen und Ergebnissen braucht, wird das gewählte Standardszenario zugeschnitten — wie ein Anzug, der auf Mass gearbeitet wird. Genau daher stammt der Begriff. Ohne Tailoring wäre HERMES für kleine Projekte zu schwerfällig und für grosse möglicherweise unvollständig.
Das Tailoring ist kein optionaler Zusatz, sondern ein zentraler Schritt jeder HERMES-Anwendung. Es entscheidet darüber, ob die Methode als hilfreiche Struktur oder als bürokratische Last empfunden wird. Richtig getailort, liefert HERMES genau so viel Struktur, wie ein Projekt braucht — nicht mehr und nicht weniger.
Sizing: Die Projektgrösse bestimmen
Der erste Schritt des Tailorings ist das Sizing — die Einschätzung der Projektgrösse und -komplexität. Dabei werden verschiedene Merkmale des Vorhabens bewertet: Umfang, Komplexität, Risiko, Anzahl der Beteiligten, Governance-Anforderungen. Aus dieser Bewertung ergibt sich die Wertigkeit des Projekts, die bestimmt, wie umfangreich der Methodeneinsatz sein sollte.
Unser HERMES-Szenario-Finder unterstützt die erste Einordnung Ihres Vorhabens und gibt eine begründete Orientierung für die Szenariowahl und das anschliessende Tailoring.
Was beim Tailoring angepasst wird
Auf Basis des Sizings wird das Standardszenario angepasst. HERMES bietet dafür mehrere Möglichkeiten:
- Module entfernen — nicht benötigte Bausteine werden aus dem Szenario genommen.
- Module hinzufügen — fehlende Bausteine werden ergänzt.
- Aufgaben und Ergebnisse entfernen — innerhalb der Module wird ausgedünnt, was nicht gebraucht wird.
- Aufgaben und Ergebnisse ergänzen — Spezifisches wird hinzugefügt.
So entsteht aus einem generischen Standardszenario ein massgeschneiderter Ablauf, der genau zum Projekt passt. Wichtig ist, dass die Anpassung bewusst und begründet erfolgt — nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil ein Element für das konkrete Vorhaben wirklich nötig oder überflüssig ist.
Die richtige Balance finden
Die Kunst des Tailorings liegt in der Balance. Zu viel Methode belastet kleine Projekte mit unnötigem Aufwand und erzeugt Widerstand. Zu wenig Methode lässt wichtige Ergebnisse oder Entscheidungspunkte weg und gefährdet die Nachvollziehbarkeit. Das richtige Mass orientiert sich an der tatsächlichen Wertigkeit des Projekts: Ein riskantes, komplexes Vorhaben rechtfertigt mehr Struktur als ein kleines, klar umrissenes.
Tailoring als laufende Aufgabe
Tailoring ist nicht nur ein einmaliger Schritt zu Projektbeginn. Zeigt sich im Verlauf, dass das Vorhaben komplexer oder einfacher ist als angenommen, kann nachjustiert werden. Diese Flexibilität ist eine Stärke von HERMES: Die Methode lässt sich an die Realität anpassen, statt einen einmal festgelegten Plan stur durchzuziehen. Wichtig ist, dass Anpassungen bewusst und nachvollziehbar erfolgen, damit die Struktur und Vergleichbarkeit erhalten bleiben.
Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.
Häufige Fragen
- Was ist Tailoring bei HERMES?
- Das Anpassen des Methodenkerns an das konkrete Projekt: Module, Aufgaben und Ergebnisse werden entfernt oder ergänzt, sodass der Ablauf zur Grösse und Komplexität des Vorhabens passt.
- Was ist Sizing?
- Der erste Schritt des Tailorings: die Einschätzung von Projektgrösse und -komplexität anhand von Merkmalen wie Umfang, Risiko und Governance-Anforderungen. Daraus ergibt sich, wie umfangreich der Methodeneinsatz sein sollte.
- Wie findet man das richtige Mass beim Tailoring?
- Indem man sich an der tatsächlichen Wertigkeit des Projekts orientiert. Zu viel Methode belastet kleine Projekte, zu wenig gefährdet die Nachvollziehbarkeit. Ein riskantes, komplexes Vorhaben rechtfertigt mehr Struktur.