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Testkonzept-Vorlage: Qualität planbar statt zufällig prüfen

Ohne Testkonzept wird getestet, was gerade Zeit findet. Mit Testkonzept wird geprüft, was geprüft werden muss — und alle wissen vorher, wann ein Ergebnis gut genug für den Betrieb ist.

7 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj
Vorlage zum Übernehmen

Testkonzept — Grundgerüst

1. Testziele und Umfang

  • Ziel: [z. B. Nachweis aller Muss-Anforderungen vor Go-live]
  • Im Umfang: [ … ]
  • Nicht im Umfang: [ … ]

3. Abnahmekriterien

Vor Testbeginn vereinbaren.

  • Alle Muss-Testfälle bestanden
  • Keine abnahmehindernden oder schweren Mängel offen
  • Leichte Mängel mit Behebungsplan

2. Teststufen

StufeVerantwortlichUmgebungZeitraum
Systemtest[Lieferant][TEST][von–bis]
Abnahmetest[Fachbereich][ABN][von–bis]

4. Testfälle

IDAnforderungSchritteErwartetes ErgebnisStatus
T-001[A-012][ … ][ … ]offen

Ausdrücke in eckigen Klammern sind Platzhalter. Die Vorlage ist bewusst als Text gehalten, damit sie sich in jedes Werkzeug einfügen lässt — Word, Confluence, Notion oder ein Projektwerkzeug.

Kurz gesagt

Ein Testkonzept legt fest, was mit welchem Ziel, auf welchen Teststufen, in welcher Umgebung, von wem und nach welchen Kriterien getestet wird. Kernstück sind die Abnahmekriterien: Sie definieren vorab, ab wann eine Lösung produktiv gehen darf. Testfälle werden aus den Anforderungen abgeleitet, damit jede Anforderung nachweisbar geprüft ist.

Wofür ein Testkonzept gebraucht wird

Das Testkonzept beantwortet vorab die Fragen, die sonst kurz vor dem Go-live hektisch diskutiert werden: Was muss funktionieren? Wer prüft das? Wie gehen wir mit Fehlern um? Und wann ist es gut genug? Es verbindet die Anforderungen aus Lasten- und Pflichtenheft mit der Abnahme und macht Qualität damit planbar und nachweisbar.

Die Teststufen

StufePrüftTypisch verantwortlich
KomponententestEinzelne Bausteine isoliertEntwicklung
IntegrationstestZusammenspiel der Bausteine und SchnittstellenEntwicklung / Integration
SystemtestGesamtlösung gegen die AnforderungenTestteam des Lieferanten
AbnahmetestEignung aus Sicht der Nutzenden und des BetriebsAuftraggeber, Fachbereich

Nicht jedes Projekt braucht jede Stufe in voller Tiefe. Bei der Beschaffung einer Standardlösung liegen Komponenten- und Integrationstests weitgehend beim Hersteller; der Auftraggeber konzentriert sich auf Konfiguration, Schnittstellen und den Abnahmetest.

Testfälle aus Anforderungen ableiten

Jede Muss-Anforderung braucht mindestens einen Testfall, der ihre Erfüllung nachweist. Wird diese Zuordnung konsequent geführt — etwa über die Anforderungsnummer im Testfall —, lässt sich am Ende zeigen, dass alle Anforderungen geprüft wurden. Ein guter Testfall beschreibt Vorbedingung, Schritte, erwartetes Ergebnis und die geprüfte Anforderung.

Nicht vergessen

Nicht-funktionale Anforderungen wie Performance, Sicherheit, Barrierefreiheit oder Datenexport werden gern übersehen, weil sie sich schwerer testen lassen. Gerade sie verursachen im Betrieb die teuersten Probleme.

Abnahmekriterien vorab festlegen

Das wichtigste Kapitel ist das kürzeste: die Abnahmekriterien. Typisch sind Formulierungen wie «alle Muss-Testfälle bestanden, keine abnahmehindernden oder schweren Mängel offen, leichte Mängel mit Behebungsplan». Sie müssen vor Testbeginn vereinbart sein. Wer sie erst während der Tests aushandelt, macht aus jeder Mängelbesprechung eine Grundsatzdiskussion.

Testdaten und Datenschutz

Realistische Tests brauchen realistische Daten. Werden dafür produktive Personendaten verwendet, braucht es eine geklärte Rechtsgrundlage und angemessene Schutzmassnahmen. In vielen Fällen sind anonymisierte oder synthetische Testdaten die bessere Wahl. Das Testkonzept sollte festhalten, welche Daten wo verwendet werden.

Testkonzept in agilen Projekten

In agilen Vorhaben wird kontinuierlich getestet: automatisierte Tests in jeder Iteration, eine Definition of Done pro Backlog-Eintrag, Reviews mit dem Fachbereich. Ein schlankes Testkonzept bleibt trotzdem nützlich — für die übergreifenden Themen: Integrations- und Abnahmetests auf Release-Ebene, Testumgebungen, nicht-funktionale Tests und die Kriterien für den Go-live.

Schlank für kleine Projekte

Für kleine Vorhaben genügt oft eine Seite: Ziele, Umfang, wer testet, eine Liste der wichtigsten Testfälle und klare Abnahmekriterien. Die Vorlage unten lässt sich entsprechend kürzen, ohne die entscheidenden Fragen auszulassen.

Vorlage zum Übernehmen

Testkonzept

Übernehmen Sie die Struktur nach Word, Confluence oder Ihr Projektwerkzeug. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen — eine Vorlage, die unverändert übernommen wird, erzeugt Felder, die niemand füllt und die spätestens beim zweiten Projekt leer bleiben.

  1. 01

    Testziele

    Was soll der Test nachweisen? Bezug zu Anforderungen und Risiken.

  2. 02

    Testumfang

    Was wird getestet, was ausdrücklich nicht?

  3. 03

    Teststufen

    Komponenten-, Integrations-, System-, Abnahmetest — welche und in welcher Tiefe?

  4. 04

    Testumgebung und Testdaten

    Wo wird getestet, mit welchen Daten? Umgang mit Personendaten.

    Produktive Personendaten nur mit geklärter Rechtsgrundlage.

  5. 05

    Rollen

    Wer testet, wer koordiniert, wer entscheidet über die Abnahme?

  6. 06

    Mängelmanagement

    Erfassung, Klassierung, Behebung, Nachtest.

  7. 07

    Abnahmekriterien

    Ab wann gilt die Lösung als abnahmefähig — z. B. keine abnahmehindernden Mängel, alle Muss-Testfälle bestanden.

Häufige Fragen

Was gehört in ein Testkonzept?
Testziele, Testumfang, Teststufen, Testumgebung und Testdaten, Rollen, Mängelmanagement und Abnahmekriterien.
Wer erstellt das Testkonzept?
Meist der Lieferant oder das Testteam in Abstimmung mit dem Auftraggeber. Die Abnahmekriterien müssen vom Auftraggeber mitgetragen werden.
Braucht ein agiles Projekt ein Testkonzept?
Ein schlankes ja — für Release-Tests, nicht-funktionale Tests, Umgebungen und die Kriterien für den Go-live.