Stakeholder-Analyse
Die Matrix ist nicht das Ergebnis. Aus jeder Einordnung muss eine konkrete Massnahme folgen — wer wird wie oft, von wem, in welcher Form einbezogen. Ohne diese Spalte ist die Analyse ein Bild ohne Konsequenz.
Suchfragen für die Identifikation
Die letzte Frage wird selten gestellt und ist eine der aufschlussreichsten.
- Wer entscheidet über Budget, Ressourcen oder Freigaben?
- Wer arbeitet nach der Einführung täglich mit dem Ergebnis?
- Wer betreibt, unterstützt oder wartet es?
- Wessen Arbeitsweise ändert sich, auch indirekt?
- Wer liefert etwas zu — Daten, Systeme, Fachwissen?
- Wer muss aus rechtlichen Gründen einbezogen werden?
- Wer hat ein Interesse daran, dass das Projekt scheitert?
Analyse
| Person / Gruppe | Rolle | Einfluss 1–5 | Betroffenheit 1–5 | Haltung | Interesse / Sorge | Massnahme | Rhythmus |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| [Name] | [Funktion] | 5 | 3 | unterstützend | [Was ihn antreibt] | eng einbinden | wöchentlich |
| [Name] | [Funktion] | 4 | 5 | skeptisch | [Welche Sorge] | Einwände aufnehmen, mitgestalten lassen | wöchentlich |
| [Name] | [Funktion] | 2 | 5 | neutral | [...] | regelmässig informieren | bei Meilensteinen |
| [Name] | [Funktion] | 4 | 1 | neutral | [...] | zufriedenstellen, knapp halten | monatlich |
Einordnung
| Geringer Einfluss | Hoher Einfluss | |
|---|---|---|
| Gering betroffen | Beobachten — Aufwand minimal | Zufriedenstellen — informiert halten |
| Stark betroffen | Informieren — regelmässig und ehrlich | Eng einbinden — mitgestalten lassen |
Ausdrücke in eckigen Klammern sind Platzhalter. Die Vorlage ist bewusst als Text gehalten, damit sie sich in jedes Werkzeug einfügen lässt — Word, Confluence, Notion oder ein Projektwerkzeug.
Wofür Sie diese Vorlage brauchen
Eine Stakeholder-Analyse identifiziert alle Beteiligten eines Projekts und ordnet sie nach Einfluss und Interesse ein. Eine Vorlage hilft, niemanden zu übersehen und die richtige Strategie je Gruppe abzuleiten.
Dieser Leitfaden zeigt den Aufbau einer Stakeholder-Analyse mit Matrix. Daraus erstellen Sie eine Vorlage, die die Grundlage für gezielte Kommunikation und Einbindung bildet.
Die Bestandteile
Eine vollständige Stakeholder-Analyse-Vorlage enthält die folgenden Bestandteile:
- Stakeholder-Name/Gruppe — wer ist beteiligt oder betroffen?
- Einfluss — wie stark kann die Person das Projekt beeinflussen?
- Interesse — wie stark ist sie betroffen oder interessiert?
- Haltung — unterstützend, neutral oder kritisch?
- Strategie — wie wird mit der Gruppe umgegangen?
Ein häufiger Fehler ist, nur an den Auftraggeber zu denken — gerade die späteren Anwender und betroffenen Abteilungen sind oft entscheidend für den Erfolg.
Schritt für Schritt
- 01Stakeholder sammelnListen Sie alle Beteiligten und Betroffenen auf — über das Team hinaus.
- 02Einfluss und Interesse bewertenOrdnen Sie jeden in die Matrix aus Einfluss und Interesse ein.
- 03Strategie ableitenBestimmen Sie je nach Position, wie intensiv und wie mit jeder Gruppe umgegangen wird.
- 04Regelmässig aktualisierenÜberprüfen Sie die Analyse im Projektverlauf, da sich Stakeholder ändern.
Mehr als der Auftraggeber
Die Stakeholder-Analyse ist die Grundlage für das Stakeholder-Management und den Kommunikationsplan: Aus der Einordnung ergibt sich, wer wie intensiv eingebunden und informiert wird.
Häufige Fehler vermeiden
Stakeholder-Analysen scheitern, wenn wichtige Beteiligte übersehen werden, wenn die Analyse einmalig bleibt oder wenn aus ihr keine konkrete Strategie folgt. Halten Sie sie aktuell und leiten Sie konkretes Handeln ab.
Stakeholder-Analyse
Übernehmen Sie die Struktur nach Word, Confluence oder Ihr Projektwerkzeug. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen — eine Vorlage, die unverändert übernommen wird, erzeugt Felder, die niemand füllt und die spätestens beim zweiten Projekt leer bleiben.
- 01
Person oder Gruppe
Name beziehungsweise Bezeichnung der Gruppe.
- 02
Rolle im Projektumfeld
Entscheider, Nutzer, Zulieferer, Betrieb, Aufsicht, extern Betroffene.
Häufig übersehen: Betrieb, Support, Datenschutz, Revision und nachgelagerte Bereiche.
- 03
Einfluss
Hoch oder gering — kann diese Gruppe das Projekt fördern oder blockieren?
- 04
Betroffenheit
Hoch oder gering — ändert sich für diese Gruppe etwas?
- 05
Haltung
Unterstützend, neutral, skeptisch, ablehnend.
Subjektiv und trotzdem nützlich: Ein einflussreicher Skeptiker braucht eine andere Behandlung als ein einflussreicher Unterstützer.
- 06
Interessen und Befürchtungen
Was will diese Gruppe erreichen, was verlieren?
Widerstand hat fast immer nachvollziehbare Gründe — Verlust von Zuständigkeit, Mehraufwand, entwertete Investitionen.
- 07
Massnahme
Wer bindet wie oft, in welcher Form ein? Ohne diese Spalte ist die Analyse ein Bild ohne Konsequenz.
- 08
Überprüfung
Datum der letzten Aktualisierung — an jedem Meilenstein, etwa zehn Minuten.
Häufige Fragen
- Was gehört in eine Stakeholder-Analyse?
- Für jeden Stakeholder: Name oder Gruppe, Einfluss, Interesse, Haltung und die daraus abgeleitete Strategie für den Umgang.
- Wie ordnet man Stakeholder ein?
- Üblich ist eine Matrix aus Einfluss und Interesse. Daraus ergibt sich, wie viel Aufmerksamkeit jede Gruppe braucht.
- Wozu dient die Stakeholder-Analyse?
- Als Grundlage für Stakeholder-Management und Kommunikationsplan. Aus der Einordnung ergibt sich, wer wie intensiv eingebunden und informiert wird.