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HERMES

HERMES-Zertifizierung: Foundation und Advanced erklärt

Wer HERMES professionell anwenden will, stösst auf die Zertifizierungen Foundation und Advanced. Dieser Leitfaden erklärt die beiden Stufen, ihre Zielgruppen und den Aufbau der Prüfungen.

6 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj
Kurz gesagt

Für HERMES gibt es Personenzertifizierungen auf den Stufen Foundation und Advanced. Foundation weist das Verständnis der Methode nach, Advanced die Fähigkeit, sie in Projekten anzuwenden und anzupassen. Die Zertifikate sind besonders für Projektleitende in der öffentlichen Verwaltung und bei deren Lieferanten gefragt.

Warum eine HERMES-Zertifizierung?

Die HERMES-Zertifizierung weist nach, dass jemand die Methode beherrscht. In einem Umfeld, in dem HERMES verbreitet oder teils verbindlich ist — etwa im öffentlichen Sektor der Schweiz —, ist ein solcher Nachweis wertvoll. Er schafft Vertrauen, erleichtert die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg und ist für manche Rollen eine faktische Voraussetzung.

HERMES bietet zwei Zertifizierungsstufen an: Foundation und Advanced. Sie bauen aufeinander auf und richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Beide lassen sich über einen Kursbesuch oder im Selbststudium vorbereiten, da die gesamte HERMES-Dokumentation frei verfügbar ist.

HERMES Foundation

Die Foundation-Stufe ist der Grundlagen-Nachweis. Sie bestätigt, dass jemand die HERMES-Methodik in ihren Grundzügen versteht: den Aufbau der Standardszenarien, die Module, die Projektorganisation mit ihren Rollen und die grundlegende Terminologie. Sie richtet sich an Projektmitarbeitende, Einsteiger in die Projektleitung, Entscheidungsträger, Auftraggeber und alle, die in HERMES-Projekten mitwirken und die gemeinsame Sprache beherrschen sollen.

Einstiegspunkt

Die Foundation-Zertifizierung ist der natürliche Einstieg. Sie vermittelt das gemeinsame Verständnis, das alle Projektbeteiligten teilen sollten — unabhängig von ihrer konkreten Rolle.

HERMES Advanced

Die Advanced-Stufe baut auf der Foundation auf und richtet sich an Projektleitende. Sie geht tiefer und prüft die Fähigkeit, HERMES in der Praxis anzuwenden — also Szenarien anzupassen, Projekte zu strukturieren und durch die Phasen zu führen. Entsprechend ist die Advanced-Prüfung anspruchsvoller und enthält neben Wissensfragen auch praxisbezogene Aufgaben, in denen die Anwendung der Methode auf konkrete Situationen gefragt ist.

Aufbau der Prüfungen

Die Prüfungen sind unterschiedlich aufgebaut. Die Foundation-Prüfung besteht typischerweise aus einer Reihe von Multiple-Choice-Fragen zu den Grundlagen, dem Aufbau der Szenarien, den Modulen und der Projektorganisation. Die Advanced-Prüfung ist umfangreicher und kombiniert Wissensfragen mit praxisbezogenen Aufgaben, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Methode verlangen. Da sich die genauen Prüfungsformate über die Zeit ändern können, lohnt sich vor der Anmeldung ein Blick auf die aktuellen Vorgaben der Zertifizierungsstellen.

Vorbereitung und Nutzen

Ein grosser Vorteil von HERMES ist, dass die vollständige Methodendokumentation frei zugänglich ist. Das macht die Vorbereitung sowohl über Kurse als auch im Selbststudium möglich. Kurse bieten den Vorteil strukturierter Vermittlung und Praxisbeispiele, das Selbststudium ist flexibler und günstiger. Unabhängig vom Weg lohnt sich die Zertifizierung für alle, die in der Schweiz im Projektumfeld arbeiten — sie schafft einen anerkannten Kompetenznachweis und vertieft das Verständnis der Methode, das auch im Projektalltag direkt nützt.

Foundation oder Advanced?

FrageFoundationAdvanced
ZielMethode verstehen und Begriffe beherrschenMethode in Projekten anwenden und anpassen
Typische ZielgruppeProjektmitarbeitende, Auftraggeber, EinsteigerProjektleitende, PMO, Beratende
VoraussetzungKeine formaleIn der Regel Foundation
Nutzen in AusschreibungenGrundnachweisStärkerer Nachweis für Projektleitungsrollen

Für wen sich die Zertifizierung lohnt

  • Projektleitende in Bund, Kantonen, Gemeinden und bundesnahen Betrieben.
  • Mitarbeitende von IT- und Beratungsfirmen, die öffentliche Aufträge bearbeiten — in Ausschreibungen wird HERMES-Kenntnis häufig verlangt oder bewertet.
  • Auftraggeber und Mitglieder von Projektausschüssen, die Meilenstein-Entscheide treffen.
  • PMOs, die organisationsspezifische Szenarien und Vorlagen auf Basis von HERMES pflegen.

Vorbereitung in vier Schritten

  1. 01
    Methode lesenPhasen, Rollen, Module, Szenarien und Ergebnisse im offiziellen Handbuch durcharbeiten.
  2. 02
    Begriffe festigenDie Fachsprache gezielt lernen — viele Fragen drehen sich um präzise Begriffe.
  3. 03
    AnwendenEin eigenes Projekt gedanklich nach HERMES durchspielen: Szenario wählen, tailoren, Meilensteine setzen.
  4. 04
    Prüfungsfragen übenMit Übungsfragen das Prüfungsformat kennenlernen; Anbieter und Formate auf dem HERMES-Portal prüfen.

Prüfungen werden über anerkannte Zertifizierungsstellen abgenommen. Formate, Gebühren und eine allfällige Gültigkeitsdauer sollten vor der Anmeldung beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.

Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.

Häufige Fragen

Welche HERMES-Zertifizierungen gibt es?
Zwei Stufen: Foundation (Grundlagen, für Projektmitarbeitende und Einsteiger) und Advanced (vertieft, für Projektleitende). Sie bauen aufeinander auf.
Für wen eignet sich HERMES Foundation?
Für Projektmitarbeitende, Einsteiger in die Projektleitung, Entscheidungsträger und Auftraggeber — alle, die in HERMES-Projekten mitwirken und die gemeinsame Methodik und Terminologie beherrschen sollen.
Kann man sich im Selbststudium auf HERMES vorbereiten?
Ja. Die vollständige HERMES-Dokumentation ist frei verfügbar, sodass die Vorbereitung sowohl über Kurse als auch im Selbststudium möglich ist.
Lohnt sich eine HERMES-Zertifizierung?
Vor allem für Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung, in bundesnahen Betrieben und bei Lieferanten öffentlicher Auftraggeber, weil HERMES-Kenntnis dort häufig verlangt oder bewertet wird.
Muss man Foundation vor Advanced absolvieren?
In der Regel ja; Advanced baut auf dem Methodenwissen der Foundation auf. Die genauen Voraussetzungen legt die Zertifizierungsstelle fest.