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Methode

IPMA: Projektmanagement über Kompetenzen gedacht

Während andere Standards Prozesse betonen, stellt die IPMA den Menschen in den Mittelpunkt: die Kompetenzen der Projektleitenden. Dieser Leitfaden erklärt das Modell und seine Logik.

6 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj

Was die IPMA ist

Die IPMA — International Project Management Association — ist ein weltweiter Dachverband nationaler Projektmanagement-Gesellschaften mit starker Verankerung in Europa. Ihr Ansatz unterscheidet sich grundlegend von prozessorientierten Standards: Statt vorzugeben, welche Schritte ein Projekt durchläuft, fragt die IPMA, welche Kompetenzen eine Person braucht, um Projekte erfolgreich zu führen.

Dieser Perspektivwechsel ist bedeutsam. Die IPMA geht davon aus, dass nicht der Prozess das Projekt erfolgreich macht, sondern die Fähigkeiten der Menschen, die es führen. Entsprechend steht im Zentrum ein Kompetenzmodell, das beschreibt, was kompetente Projektleitende können müssen.

Das Kompetenzmodell

Das Kompetenzmodell der IPMA — die Individual Competence Baseline — gliedert die nötigen Fähigkeiten in drei Bereiche:

  • Perspektive — der Umgang mit dem Kontext: Strategie, Governance, Compliance, Kultur.
  • Menschen — die persönlichen und sozialen Kompetenzen: Führung, Kommunikation, Teamarbeit, Konfliktlösung.
  • Praxis — die fachlichen Kompetenzen: Planung, Risiko, Qualität, Ressourcen, Umfang.

Bemerkenswert ist das Gewicht des Bereichs „Menschen“. Die IPMA betont stark, dass Projektmanagement zu einem grossen Teil aus Führung und Zusammenarbeit besteht — ein Aspekt, der in rein prozessorientierten Ansätzen leicht zu kurz kommt.

Mensch vor Prozess

Die IPMA fragt nicht zuerst „Welcher Prozess?“, sondern „Welche Kompetenz?“. Das macht sie zu einer wertvollen Ergänzung methodenorientierter Ansätze.

Die Zertifizierungslevel

Die IPMA bietet ein abgestuftes Zertifizierungssystem, das die Erfahrung und Verantwortung der Projektleitenden widerspiegelt. Die Level reichen von der Zertifizierung für Einsteiger über erfahrene Projektleitende bis zu denjenigen, die komplexe Projekte oder ganze Projektportfolios verantworten. Anders als bei rein wissensbasierten Prüfungen fliesst dabei die nachgewiesene Praxiserfahrung wesentlich ein.

IPMA im DACH-Raum

Die IPMA ist im deutschsprachigen Raum stark verankert; die nationalen Gesellschaften sind hier aktive Träger der Zertifizierung. Für Projektleitende in der Schweiz, Deutschland und Österreich ist die IPMA-Zertifizierung eine verbreitete und anerkannte Qualifikation. Sie ergänzt sich gut mit methodischem Wissen: Wer eine Methode wie HERMES oder Scrum beherrscht und zugleich die von der IPMA betonten Kompetenzen mitbringt, ist gut aufgestellt.

Wann der IPMA-Ansatz passt

Der kompetenzbasierte Blick der IPMA ist für praktisch jede Projektleitung wertvoll, weil er die menschliche Seite des Projektmanagements ernst nimmt. Besonders nützlich ist er für die persönliche Entwicklung von Projektleitenden und für Organisationen, die gezielt Projektmanagement-Kompetenz aufbauen wollen. Als alleinige Grundlage für den konkreten Projektablauf reicht er nicht — dafür braucht es eine Methode. Sein Wert liegt in der Ergänzung: Er schärft den Blick für das, was jenseits von Prozessen über Erfolg entscheidet.

Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.

Häufige Fragen

Was ist die IPMA?
Die International Project Management Association, ein weltweiter Dachverband, der Projektmanagement über die Kompetenzen der Projektleitenden definiert statt über feste Prozesse.
Was ist das Besondere am IPMA-Ansatz?
Er stellt die Fähigkeiten der Menschen in den Mittelpunkt — gegliedert in Perspektive, Menschen und Praxis — und betont stark die Führungs- und Zusammenarbeitskompetenz.
Wie funktioniert die IPMA-Zertifizierung?
Über abgestufte Level, die Erfahrung und Verantwortung widerspiegeln — von Einsteigern bis zu Verantwortlichen für komplexe Projekte oder Portfolios. Praxiserfahrung fliesst wesentlich ein.