Die Phasenlogik von HERMES
HERMES gliedert jedes Projekt in aufeinanderfolgende Phasen, die jeweils mit einem Meilenstein — einem bewussten Entscheid — abgeschlossen werden. Erst wenn die Ergebnisse einer Phase vorliegen und der Entscheid gefällt ist, beginnt die nächste. Diese klare Abfolge schafft Übersicht, ermöglicht Steuerung und macht den Fortschritt nachvollziehbar.
Die typischen Phasen sind Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung. Jede hat einen eigenen Zweck und definierte Ergebnisse. Die Phasenstruktur ist über die HERMES-Versionen weitgehend stabil geblieben, weil sie einen bewährten Grundrhythmus abbildet: vom Klären des Vorhabens über die Konzeption und Umsetzung bis zur produktiven Einführung.
Die Phasen im Einzelnen
- 01InitialisierungDas Vorhaben wird geklärt: Ziele, Nutzen, Rahmen und das passende Szenario werden bestimmt. Am Ende steht der Entscheid, ob das Projekt gestartet wird.
- 02KonzeptDie Lösung wird konzipiert: Anforderungen werden detailliert, Varianten bewertet, das Vorgehen festgelegt. Am Ende steht der Entscheid über die Umsetzung.
- 03RealisierungDie Lösung wird umgesetzt — entwickelt, beschafft oder gebaut und getestet. Hier kann agil in Releases gearbeitet werden.
- 04EinführungDie Lösung geht in den produktiven Betrieb über. Migration, Schulung und Abnahme stehen im Zentrum.
Je nach Szenario und Projektgrösse können Phasen unterschiedlich ausgeprägt sein. Über das Tailoring wird festgelegt, welche Aufgaben und Ergebnisse in jeder Phase tatsächlich anfallen. Der Grundrhythmus bleibt jedoch erhalten.
Meilensteine als Entscheidungstore
Das Besondere an der HERMES-Phasenlogik sind die Meilensteine am Ende jeder Phase. Sie sind keine blossen Termine, sondern echte Entscheidungstore: An jedem wird bewusst entschieden, ob das Projekt fortgesetzt, angepasst oder gestoppt wird. Diese Tore sind ein zentraler Grund für die Nachvollziehbarkeit der Methode.
Die Meilensteine verhindern, dass ein Projekt aus Trägheit weiterläuft. An jedem Tor wird geprüft: Stimmen die Voraussetzungen noch? Ist der Nutzen weiterhin gegeben? Erst dann geht es weiter.
Phasen und agile Umsetzung
Ein verbreitetes Missverständnis ist, die Phasenstruktur mache HERMES rein plangetrieben. Tatsächlich erlaubt HERMES innerhalb der Phasen — besonders in der Realisierung — ausdrücklich agiles Vorgehen. Die Phasen und Meilensteine bilden den Steuerungsrahmen, während die eigentliche Lösungsentwicklung iterativ in Releases erfolgen kann. So verbindet HERMES die Nachvollziehbarkeit der Phasenlogik mit der Anpassungsfähigkeit agiler Methoden.
Warum die Phasenstruktur nützt
Die Phasengliederung macht ein Projekt steuerbar und vergleichbar. Sie schafft definierte Punkte für Entscheidungen, klärt, welche Ergebnisse wann vorliegen müssen, und erleichtert die Kommunikation mit Auftraggebern und Gremien. Gerade in regulierten Umfeldern, in denen Nachvollziehbarkeit gefordert ist, ist diese Struktur ein echter Vorteil — sie macht jederzeit transparent, wo ein Projekt steht und wie es dorthin gekommen ist.
Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.
Häufige Fragen
- Welche Phasen hat ein HERMES-Projekt?
- Typischerweise Initialisierung, Konzept, Realisierung und Einführung. Jede Phase hat eigene Ergebnisse und schliesst mit einem Meilenstein-Entscheid ab.
- Was ist ein Meilenstein in HERMES?
- Ein Entscheidungstor am Ende einer Phase. Hier wird bewusst entschieden, ob das Projekt fortgesetzt, angepasst oder gestoppt wird — ein zentraler Grund für die Nachvollziehbarkeit der Methode.
- Ist HERMES wegen der Phasen rein klassisch?
- Nein. HERMES erlaubt innerhalb der Phasen, besonders in der Realisierung, ausdrücklich agiles Vorgehen. Die Phasen bilden den Steuerungsrahmen, die Umsetzung kann iterativ erfolgen.