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HERMES

HERMES vs. Scrum: Rahmen trifft agiles Vorgehen

HERMES gegen Scrum zu stellen verfehlt oft den Punkt: Der eine ist ein Steuerungsrahmen, der andere ein agiles Umsetzungs-Rahmenwerk. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede und das Zusammenspiel.

6 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj

Unterschiedliche Ebenen

HERMES und Scrum werden häufig verglichen, als wären sie Alternativen — doch das verfehlt ihren eigentlichen Charakter. HERMES ist ein umfassender Steuerungs- und Governance-Rahmen für das ganze Projekt, mit Phasen, Meilensteinen, Rollen und Ergebnissen. Scrum ist ein leichtgewichtiges Rahmenwerk für die agile Umsetzung, mit Sprints, Rollen und Events. Sie wirken auf unterschiedlichen Ebenen.

Dieser Unterschied ist entscheidend. HERMES beantwortet die Frage, wie ein Projekt insgesamt gesteuert, geführt und nachvollziehbar abgewickelt wird. Scrum beantwortet die Frage, wie ein Team unter Unsicherheit iterativ liefert. Weil sie unterschiedliche Fragen beantworten, sind sie weniger Konkurrenten als potenzielle Partner.

Die zentralen Unterschiede

AspektHERMESScrum
EbeneProjektsteuerung & GovernanceUmsetzung im Team
UmfangGanzes ProjektEinzelnes Team
StrukturPhasen, Module, MeilensteineSprints, Events, Rollen
FokusNachvollziehbarkeitAnpassungsfähigkeit
HerkunftSchweizer BundesverwaltungSoftwareentwicklung
VerhältnisKann Scrum einbettenKann in HERMES laufen

Warum sie sich ergänzen

Statt sich auszuschliessen, ergänzen sich HERMES und Scrum oft hervorragend. HERMES erlaubt agile Umsetzung ausdrücklich: Es liefert den Steuerungsrahmen mit Phasen und Meilensteinen, innerhalb dessen ein Scrum-Team in Sprints arbeiten kann. So verbindet sich die Nachvollziehbarkeit von HERMES mit der Anpassungsfähigkeit von Scrum — besonders wertvoll in regulierten Umfeldern, die beides brauchen.

Kein Entweder-oder

Die Frage lautet selten „HERMES oder Scrum?“, sondern oft „Wie setze ich Scrum innerhalb von HERMES ein?“. HERMES gibt den Rahmen, Scrum füllt die Umsetzung.

Wann reines Scrum reicht

Nicht jedes Projekt braucht den HERMES-Rahmen. Für kleine, eigenständige Vorhaben in der Produktentwicklung, bei denen es vor allem auf schnelles, iteratives Liefern ankommt und keine besonderen Governance-Anforderungen bestehen, kann reines Scrum völlig ausreichen. Der zusätzliche Steuerungsrahmen von HERMES bringt dann mehr Aufwand als Nutzen.

Wann HERMES den Rahmen geben sollte

Sobald Nachvollziehbarkeit, klare Meilenstein-Entscheide und definierte Rollen über das Team hinaus gefragt sind — etwa im öffentlichen Sektor, bei grösseren Vorhaben mit mehreren Stakeholdern oder bei regulatorischen Anforderungen —, spielt HERMES seine Stärke aus. Die agile Umsetzung mit Scrum bleibt dann erhalten, wird aber in den HERMES-Rahmen eingebettet. So bekommt man Governance und Agilität zugleich.

Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.

Häufige Fragen

Sind HERMES und Scrum Alternativen?
Nicht wirklich. HERMES ist ein Steuerungs- und Governance-Rahmen für das ganze Projekt, Scrum ein agiles Umsetzungs-Rahmenwerk für das Team. Sie wirken auf unterschiedlichen Ebenen und ergänzen sich oft.
Kann man Scrum innerhalb von HERMES nutzen?
Ja. HERMES erlaubt agile Umsetzung ausdrücklich. Es liefert den Rahmen mit Phasen und Meilensteinen, innerhalb dessen ein Scrum-Team in Sprints arbeiten kann.
Wann reicht reines Scrum?
Für kleine, eigenständige Vorhaben ohne besondere Governance-Anforderungen, bei denen schnelles iteratives Liefern im Vordergrund steht. Dann bringt der HERMES-Rahmen mehr Aufwand als Nutzen.