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HERMES

HERMES vs. PRINCE2: Zwei Methoden im ehrlichen Vergleich

HERMES und PRINCE2 sind beide strukturierte, prozessorientierte Methoden — aber mit unterschiedlicher Herkunft und Schwerpunkten. Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede und hilft bei der Wahl.

7 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj

Zwei strukturierte Methoden

HERMES und PRINCE2 gehören beide zur Familie der strukturierten, plangetriebenen Projektmanagement-Methoden. Beide geben einen klaren Rahmen aus Phasen, Rollen und definierten Ergebnissen vor, und beide legen Wert auf Nachvollziehbarkeit und Governance. Trotz dieser Gemeinsamkeiten unterscheiden sie sich in Herkunft, Aufbau und Schwerpunkt deutlich.

HERMES ist die offene Methode der Schweizer Bundesverwaltung, die als kostenloser Standard zur Verfügung steht und in der Schweiz weit verbreitet ist. PRINCE2 stammt aus dem öffentlichen Sektor Grossbritanniens und ist international etabliert, mit einem ausgeprägten Zertifizierungssystem. Wer vor der Wahl steht, profitiert davon, die jeweiligen Stärken zu kennen.

Die zentralen Unterschiede

AspektHERMESPRINCE2
HerkunftSchweizer BundesverwaltungÖffentlicher Sektor UK
KostenFrei verfügbarMethode frei, Zertifizierung kostenpflichtig
VerbreitungStark in der SchweizInternational
AufbauSzenarien, Phasen, ModulePrinzipien, Themen, Prozesse
BesonderheitVerzahnung Führung & InhaltAusnahmeprinzip, Governance
Agile EinbindungAusdrücklich vorgesehenÜber PRINCE2 Agile

Die Stärken von HERMES

HERMES punktet mit seiner engen Verzahnung von Projektführung und inhaltlichen Aktivitäten. Es liefert nicht nur einen Steuerungsrahmen, sondern auch konkrete Vorlagen und Ergebnisbeschreibungen, die den Projektalltag erleichtern. Für Vorhaben in der Schweiz — besonders im öffentlichen Sektor — ist HERMES oft die naheliegende Wahl, weil es dort etabliert und teils verbindlich ist. Die Szenario-Logik macht die Methode zudem gut an unterschiedliche Projekttypen anpassbar.

Die Stärken von PRINCE2

PRINCE2 überzeugt mit seinem durchdachten Governance-Modell und der internationalen Anerkennung. Das Ausnahmeprinzip — bei dem nur eskaliert wird, wenn vereinbarte Toleranzen überschritten werden — entlastet die Führungsebene wirkungsvoll. Die starke Rollendefinition und die fortlaufende geschäftliche Rechtfertigung machen PRINCE2 besonders für grosse, international ausgerichtete Organisationen attraktiv. Das etablierte Zertifizierungssystem schafft zudem einen anerkannten Kompetenznachweis.

Keine Glaubensfrage

HERMES und PRINCE2 schliessen sich nicht aus. In international tätigen Schweizer Organisationen begegnen sich beide — und ihre Prinzipien lassen sich teils kombinieren. Entscheidend ist, was zum Kontext passt.

Wann welche Methode passt

HERMES ist die naheliegende Wahl für Projekte in der Schweiz, besonders im öffentlichen Sektor und überall dort, wo es bereits etabliert ist. Seine Vorlagen und die Schweizer Verankerung sind hier klare Vorteile. PRINCE2 spielt seine Stärken in international ausgerichteten Organisationen aus, die ein global anerkanntes Governance-Modell und Zertifizierungssystem brauchen. Für viele Schweizer Unternehmen, die sowohl national als auch international arbeiten, ist es kein Entweder-oder — sie nutzen je nach Kontext das Passende oder verbinden Elemente beider Welten.

Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen HERMES und PRINCE2?
HERMES ist die frei verfügbare Methode der Schweizer Bundesverwaltung mit Szenarien, Phasen und Modulen. PRINCE2 ist ein international etablierter Standard aus UK mit Prinzipien, Themen und Prozessen sowie ausgeprägtem Zertifizierungssystem.
Ist HERMES oder PRINCE2 besser?
Keines ist grundsätzlich besser. HERMES ist in der Schweiz, besonders im öffentlichen Sektor, naheliegend; PRINCE2 ist international stärker verankert. Die Wahl hängt vom Kontext ab.
Kann man HERMES und PRINCE2 kombinieren?
Teilweise ja. Ihre Prinzipien lassen sich verbinden, und in international tätigen Schweizer Organisationen begegnen sich beide. Entscheidend ist, was zum jeweiligen Projekt passt.