Zum Inhalt springen
projekttools.ch
Vorlage

Risikoanalyse-Vorlage: Projektrisiken erfassen und bewerten

Eine Risikoanalyse erfasst, bewertet und steuert Projektrisiken. Dieser Leitfaden zeigt, wie eine Risikoanalyse-Vorlage (Risikoregister) aufgebaut ist.

6 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj
Vorlage zum Übernehmen

Risikoanalyse — Register

Ein Risiko wird als Wenn-dann-Satz formuliert, sonst lässt es sich weder bewerten noch mit einer Massnahme verbinden. «Schnittstellenprobleme» ist ein Thema, kein Risiko.

Suchraster für die Identifikation

Kategorien durchgehen statt offen zu fragen — offene Fragen liefern die drei offensichtlichen Risiken.

  • Inhaltlich: Sind die Anforderungen stabil? Ist die Lösung machbar?
  • Terminlich: Welche Abhängigkeiten liegen ausserhalb unseres Einflusses?
  • Ressourcen: Was passiert bei Ausfall von Schlüsselpersonen?
  • Organisatorisch: Gibt es Widerstand? Steht die Entscheidungsstruktur?
  • Extern: Lieferanten, Behörden, rechtliche Änderungen
  • Betrieb: Wer übernimmt nach der Einführung, und ist das geklärt?

Risikoregister

Nr.Risiko (Wenn-dann)Eintritt 1–5Auswirkung 1–5WertStrategieMassnahmeVerantwortungTermin
R-01Wenn [Ursache], dann [Wirkung]3412vermindern[Massnahme][Name][TT.MM.JJ]
R-02Wenn [Ursache], dann [Wirkung]2510übertragen[Massnahme][Name][TT.MM.JJ]
R-03Wenn [Ursache], dann [Wirkung]428akzeptierenReserve [CHF][Name]laufend

Verlauf (bei jeder Überprüfung fortschreiben)

Nr.Periode 1Periode 2Periode 3Tendenz
R-01[Wert][Wert][Wert][steigend / stabil / fallend]

Ausdrücke in eckigen Klammern sind Platzhalter. Die Vorlage ist bewusst als Text gehalten, damit sie sich in jedes Werkzeug einfügen lässt — Word, Confluence, Notion oder ein Projektwerkzeug.

Wofür Sie diese Vorlage brauchen

Eine Risikoanalyse erfasst die Risiken eines Projekts, bewertet sie nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung und ordnet ihnen Massnahmen zu. Eine Vorlage in Form eines Risikoregisters macht diesen Prozess strukturiert und nachvollziehbar.

Dieser Leitfaden zeigt den Aufbau eines Risikoregisters. Daraus erstellen Sie eine Vorlage, die Sie über das ganze Projekt hinweg pflegen — denn Risiken verändern sich.

Die Bestandteile

Eine vollständige Risikoanalyse-Vorlage enthält die folgenden Bestandteile:

  • Risiko-Beschreibung — was könnte passieren?
  • Wahrscheinlichkeit — wie wahrscheinlich tritt es ein?
  • Auswirkung — wie gross wäre der Schaden?
  • Priorität — aus Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.
  • Strategie — vermeiden, vermindern, übertragen oder akzeptieren.
  • Massnahme, Verantwortlicher, Termin — was wird getan, von wem, bis wann?
Worauf es ankommt

Jede Risikomassnahme braucht eine verantwortliche Person und einen Termin — ohne diese beiden Angaben bleibt sie ein guter Vorsatz ohne Wirkung.

Schritt für Schritt

  1. 01
    Risiken sammelnTragen Sie alle erkennbaren Risiken in das Register ein.
  2. 02
    BewertenSchätzen Sie für jedes Risiko Wahrscheinlichkeit und Auswirkung.
  3. 03
    Strategie wählenLegen Sie fest, wie mit jedem relevanten Risiko umgegangen wird.
  4. 04
    Massnahmen zuweisenBestimmen Sie konkrete Massnahmen mit Verantwortlichem und Termin.

Verantwortung zuweisen

Das Risikoregister ist kein einmaliges Dokument. Risiken verändern sich, neue tauchen auf — überprüfen Sie das Register regelmässig, etwa als festen Punkt in Statusbesprechungen.

Häufige Fehler vermeiden

Risikoanalysen scheitern, wenn das Register einmal erstellt und dann vergessen wird, wenn Massnahmen ohne Verantwortliche bleiben oder wenn nur Gefahren statt auch Chancen betrachtet werden. Halten Sie das Register lebendig.

Vorlage zum Übernehmen

Risikoregister

Übernehmen Sie die Struktur nach Word, Confluence oder Ihr Projektwerkzeug. Streichen Sie, was Sie nicht brauchen — eine Vorlage, die unverändert übernommen wird, erzeugt Felder, die niemand füllt und die spätestens beim zweiten Projekt leer bleiben.

  1. 01

    Risikobeschreibung

    Als Wenn-dann-Satz mit Ursache und Wirkung: «Wenn X nicht bis Y vorliegt, dann Z.»

    «Schnittstellenprobleme» benennt ein Thema, kein Risiko — und lässt sich weder bewerten noch mit einer Massnahme verbinden.

  2. 02

    Kategorie

    Inhaltlich, terminlich, Ressourcen, organisatorisch, extern, Betrieb.

    Kategorien systematisch durchzugehen findet Risiken, die eine offene Frage nicht findet.

  3. 03

    Eintrittswahrscheinlichkeit

    Skala 1 bis 5, mit kurzer Begründung.

  4. 04

    Auswirkung

    Skala 1 bis 5, getrennt nach Termin, Kosten und Qualität wenn nötig.

  5. 05

    Kennzahl

    Produkt aus Wahrscheinlichkeit und Auswirkung — zum Sortieren, nicht als Messung.

  6. 06

    Strategie

    Vermeiden, vermindern, übertragen oder akzeptieren — mit Begründung.

    Akzeptieren heisst bewertet, bewusst getragen, mit Reserve unterlegt — nicht ignoriert.

  7. 07

    Massnahme

    Konkret, mit verantwortlicher Person und Termin. Für alle Risiken oberhalb der festgelegten Schwelle.

    Ohne diese drei Angaben bleibt der Eintrag Dokumentation. Massnahmen gehören in dieselbe Steuerung wie die Arbeitspakete.

  8. 08

    Verlauf

    Bewertung je Berichtsperiode, alte Werte stehen lassen.

    Ein Risiko, dessen Kennzahl über drei Perioden steigt, verlangt eine andere Reaktion als ein konstantes.

  9. 09

    Status

    Offen, in Bearbeitung, eingetreten (dann als Problem weiterführen), entfallen.

Häufige Fragen

Was gehört in eine Risikoanalyse?
Für jedes Risiko: Beschreibung, Wahrscheinlichkeit, Auswirkung, daraus die Priorität, eine Strategie sowie konkrete Massnahmen mit Verantwortlichem und Termin.
Wie bewertet man Risiken?
Über die Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung. Daraus ergibt sich die Priorität, oft dargestellt in einer Risikomatrix.
Wie oft pflegt man das Risikoregister?
Regelmässig, idealerweise als fester Punkt in Statusbesprechungen. Risiken verändern sich, neue tauchen auf.