Drei Familien von Methoden
Projektmanagement-Methoden lassen sich in drei Familien einteilen. Plangetriebene (klassische) Methoden wie Wasserfall, V-Modell oder PRINCE2 planen das Vorhaben weitgehend vorab. Agile Methoden wie Scrum und Kanban arbeiten iterativ und passen sich laufend an. Hybride und Rahmen-Methoden wie HERMES verbinden beide Welten oder geben eine Struktur vor, in die andere Vorgehen eingebettet werden.
Keine Methode ist universell überlegen. Die richtige Wahl hängt von der Unsicherheit der Anforderungen, der Projektgrösse, dem regulatorischen Umfeld und der Teamkultur ab. Wer das versteht, wählt bewusst statt nach Mode.
Die wichtigsten Methoden gegenübergestellt
| Methode | Typ | Stärke | Passt für |
|---|---|---|---|
| Wasserfall | Klassisch | Planbarkeit | Stabile Anforderungen |
| Scrum | Agil | Anpassung | Unsichere Produkte |
| Kanban | Agil | Fluss | Laufender Betrieb |
| HERMES | Rahmen | Governance | Schweizer Verwaltung & KMU |
| PRINCE2 | Klassisch | Steuerung | Grosse Vorhaben |
| Hybrid | Gemischt | Flexibilität | Gemischte Realität |
Wann klassisch, wann agil?
Klassische Methoden spielen ihre Stärke aus, wenn die Anforderungen stabil und klar sind: Bauprojekte, regulierte Vorhaben, klar umrissene Einführungen. Agile Methoden sind überlegen, wenn Unsicherheit herrscht und früh Wert geliefert werden soll — etwa in der Produkt- und Softwareentwicklung. Der häufigste Fehler ist, agil zu arbeiten, wo Planbarkeit gefragt ist, oder umgekehrt starr zu planen, wo Lernen nötig wäre.
Die Rolle von HERMES in der Schweiz
In der Schweiz nimmt HERMES eine Sonderstellung ein. Als offener Standard des Bundes ist die Methode für Bundesprojekte verbindlich und auch in Kantonen, Städten und Privatunternehmen verbreitet. HERMES ist weniger eine Konkurrenz zu agil oder klassisch als ein Rahmen: Es gibt Governance, Rollen und Ergebnisse vor und erlaubt, klassische oder agile Umsetzung darin einzubetten. Für Schweizer Organisationen mit Verwaltungsbezug ist HERMES oft gesetzt.
Wählen Sie nicht die beliebteste Methode, sondern die, die zur Unsicherheit, Grösse und zum Umfeld Ihres Vorhabens passt. Viele erfolgreiche Teams kombinieren Elemente mehrerer Methoden bewusst.
So treffen Sie die Wahl
Fragen Sie zuerst: Wie stabil sind die Anforderungen? Wie gross und reguliert ist das Vorhaben? Welche Methodenkompetenz hat das Team? Bei stabilen Anforderungen tendieren Sie klassisch, bei hoher Unsicherheit agil, bei Verwaltungsbezug zu HERMES — und bei gemischter Realität zu einem hybriden Modell. Wichtiger als die Methodentreue ist, dass Planung, Steuerung und Kommunikation konsequent gelebt werden. Ein passendes Werkzeug unterstützt jede dieser Methoden.
Häufige Fragen
- Welche Projektmanagement-Methode ist die beste?
- Es gibt keine universell beste Methode. Die Wahl hängt von Anforderungsstabilität, Projektgrösse, Regulierung und Teamkultur ab. Klassisch passt bei stabilen Anforderungen, agil bei Unsicherheit, HERMES bei Schweizer Verwaltungsbezug.
- Was ist der Unterschied zwischen klassisch und agil?
- Klassische Methoden planen das Vorhaben vorab und arbeiten es ab. Agile Methoden arbeiten iterativ und passen sich laufend an. Klassisch eignet sich bei stabilen, agil bei unsicheren Anforderungen.
- Welche Methode nutzt man in der Schweiz?
- In der Schweizer Verwaltung ist HERMES der verbindliche Standard und auch in vielen KMU verbreitet. Daneben sind Scrum, Kanban und klassische Ansätze je nach Branche im Einsatz.