Abhängigkeiten zwischen Meilensteinen werden erfasst, bevor Termine vergeben werden. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen internen Abhängigkeiten, die das Projekt steuern kann, und externen, die es nur beobachten kann — Letztere gehören als eigene Meilensteine in den Plan, nicht als stillschweigende Annahme.
Warum Abhängigkeiten vor Terminen kommen
Wenn Sie zuerst Termine vergeben und danach die Abhängigkeiten prüfen, entdecken Sie im besten Fall Widersprüche und im schlechteren gar nichts. Die umgekehrte Reihenfolge ist unbequemer und liefert einen Plan, der logisch trägt: Erst die Reihenfolge klären, dann die Dauer dazwischen schätzen, dann die Daten ableiten.
Der Test ist einfach. Gehen Sie Ihren Meilensteinplan durch und fragen Sie bei jedem Eintrag: Was muss vorliegen, damit dieser Meilenstein überhaupt erreichbar ist? Wenn die Antwort auf einen Meilenstein zeigt, der später datiert ist, haben Sie einen Widerspruch gefunden, den kein Puffer heilt.
Drei Arten von Abhängigkeiten
| Art | Beschreibung | Umgang |
|---|---|---|
| Zwingend | Sachlogisch unvermeidbar — Abnahme setzt Lieferung voraus | Fest im Plan verankern, nicht verhandelbar |
| Organisatorisch | Aus Entscheidungen der Organisation, nicht aus der Sache | Hinterfragen — oft auflösbar |
| Extern | Ausserhalb des Projekteinflusses (Behörde, Lieferant, Partner) | Als eigenen Meilenstein führen, mit Puffer |
Die mittlere Kategorie ist die interessanteste. «Das Konzept muss erst durch das Architekturboard» ist keine Sachlogik, sondern eine Regel — und Regeln lassen sich unter Umständen anpassen oder parallelisieren. Ein erheblicher Teil vermeintlich fixer Reihenfolgen zerfällt bei genauem Hinsehen in Gewohnheiten.
Externe Abhängigkeiten gehören in den Plan
Der häufigste Planungsfehler ist, externe Abhängigkeiten als Annahme zu behandeln statt als Meilenstein. «Wir gehen davon aus, dass die Bewilligung im Mai vorliegt» erscheint dann nirgends im Plan — bis der Mai vergeht und niemand zuständig ist.
Machen Sie daraus einen eigenen Meilenstein mit Kriterium und verantwortlicher Person. Die Person kann die Behörde nicht steuern, aber sie kann nachfassen, eskalieren und rechtzeitig melden. Genau das ist der Unterschied zwischen einer beobachteten und einer unbeobachteten Abhängigkeit.
Wenn ein Meilenstein von etwas abhängt, das im Plan nicht vorkommt, ist der Plan unvollständig — nicht die Abhängigkeit unwichtig.
Wo Puffer hingehören
Puffer vor jedem einzelnen Meilenstein zu verteilen ist die verbreitetste und schwächste Variante. Die eingeplante Reserve wird dann verlässlich aufgebraucht, weil sich die Arbeit nach dem verfügbaren Zeitraum richtet — und am Ende steht trotzdem kein Spielraum zur Verfügung.
Wirksamer ist, Puffer gebündelt vor den kritischen Punkten zu legen: vor externen Abhängigkeiten, vor Meilensteinen mit Entscheidungscharakter und vor dem Endtermin. Dieser Puffer gehört ausgewiesen und nicht in die Schätzungen eingerechnet — sonst weiss niemand, wie viel Reserve tatsächlich noch da ist.
Darstellung
Für bis zu zehn Meilensteine reicht eine Spalte «setzt voraus» in der Meilensteintabelle. Sie ist in jedem Werkzeug pflegbar und wird tatsächlich gelesen. Ab etwa fünfzehn Meilensteinen mit mehrfachen Verknüpfungen wird eine Netzdarstellung übersichtlicher, weil Ketten dann als Ketten erkennbar sind.
Unabhängig von der Darstellung sollten Sie die längste Kette kennen — jene Abfolge von Meilensteinen, bei der jede Verzögerung unmittelbar den Endtermin verschiebt. Diese Kette verdient die genauere Schätzung, die häufigere Überprüfung und den grösseren Teil des Puffers.
Häufige Fragen
- Wie erfasst man Abhängigkeiten zwischen Meilensteinen?
- Bevor Termine vergeben werden. Gehen Sie jeden Meilenstein durch und fragen Sie, was vorliegen muss, damit er erreichbar ist. Bis etwa zehn Meilensteine genügt eine Spalte «setzt voraus» in der Tabelle.
- Wie geht man mit externen Abhängigkeiten um?
- Als eigenen Meilenstein in den Plan aufnehmen, mit Kriterium und verantwortlicher Person — nicht als stillschweigende Annahme. Die Person kann die externe Stelle nicht steuern, aber nachfassen, eskalieren und rechtzeitig melden.
- Wo gehören Puffer im Meilensteinplan hin?
- Gebündelt vor die kritischen Punkte — externe Abhängigkeiten, Entscheidungsmeilensteine und den Endtermin. Auf alle Meilensteine verteilte Puffer werden verlässlich aufgebraucht, ohne am Ende Spielraum zu lassen.