Das Product Backlog ist in Scrum die geordnete Liste aller bekannten Arbeiten, die zur Verbesserung eines Produkts nötig sind. Es ist die einzige Quelle für die Arbeit des Scrum-Teams, wird laufend gepflegt und vom Product Owner verantwortet, der auch die Reihenfolge festlegt.
Definition
Das Product Backlog ist eine geordnete, niemals endgültig fertige Liste aller bekannten Anforderungen an ein Produkt. Es ist die einzige verbindliche Quelle dafür, was am Produkt getan werden soll. Verantwortlich dafür ist der Product Owner, der das Backlog pflegt und priorisiert.
Das Backlog ist bewusst lebendig. Es verändert sich ständig: Neue Anforderungen kommen hinzu, bestehende werden verfeinert oder gestrichen, Prioritäten verschieben sich. Diese Wandelbarkeit ist kein Mangel, sondern Ausdruck des agilen Grundgedankens, dass sich Anforderungen im Lauf der Zeit entwickeln.
Wie das Backlog aufgebaut ist
Ein Product Backlog ist nach Priorität geordnet: Was oben steht, ist am wichtigsten und wird als Nächstes umgesetzt. Die oberen Einträge sind entsprechend klar und detailliert, während weiter unten Gröberes stehen darf. Diese Einträge sind oft User Stories, können aber auch grössere Epics oder andere Anforderungen sein.
Der Wert des Backlogs steht und fällt mit der Priorisierung. Ein Backlog, in dem alles gleich wichtig ist, gibt dem Team keine Orientierung. Klare Prioritäten sind die wichtigste Aufgabe des Product Owners.
Das Backlog lebendig halten
Damit das Backlog nützlich bleibt, muss es kontinuierlich gepflegt werden — das nennt man Backlog-Pflege oder Refinement. Dabei werden Einträge geklärt, geschätzt, neu priorisiert und bei Bedarf aufgeteilt. Ein gepflegtes Backlog macht das Sprint Planning schnell und fokussiert, weil die obersten Einträge stets umsetzungsbereit sind.
Was ein gutes Product Backlog auszeichnet
- Geordnet: Die Reihenfolge spiegelt Wert, Risiko und Abhängigkeiten.
- Oben detailliert, unten grob: Nur die nächsten Einträge sind umsetzungsreif beschrieben.
- Geschätzt: Die oberen Einträge haben eine grobe Aufwandschätzung.
- Lebendig: Einträge werden ergänzt, geschärft, verschoben oder gelöscht.
- Transparent: Alle Beteiligten können es einsehen.
Typische Fehler
Ein Backlog, das zur Wunschliste mit Hunderten Einträgen wächst, verliert seine Steuerungswirkung. Ebenso problematisch ist ein Backlog ohne klare Reihenfolge, in dem alles «hoch» priorisiert ist. Regelmässiges Aufräumen und die Entscheidungshoheit des Product Owners über die Reihenfolge verhindern beides.
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Häufige Fragen
- Was ist das Product Backlog?
- Eine geordnete, nie endgültig fertige Liste aller bekannten Anforderungen an ein Produkt — die einzige verbindliche Quelle dafür, was getan werden soll. Verantwortlich ist der Product Owner.
- Wie ist das Backlog geordnet?
- Nach Priorität. Was oben steht, ist am wichtigsten und wird als Nächstes umgesetzt; die oberen Einträge sind klar und detailliert, weiter unten darf es gröber bleiben.
- Wer pflegt das Product Backlog?
- Der Product Owner verantwortet es. Die Pflege — Klären, Schätzen, Priorisieren — ist aber gemeinsame Arbeit von Product Owner und Entwicklern.
- Wer darf Einträge ins Product Backlog aufnehmen?
- Vorschläge können von allen kommen; über Aufnahme und Reihenfolge entscheidet der Product Owner.