Was Lessons Learned sind
Lessons Learned sind die systematisch gesammelten Erfahrungen aus einem Projekt: Was lief gut, was schlecht, was würde man beim nächsten Mal anders machen? Der Gedanke dahinter ist, dass eine Organisation besser wird, wenn sie aus ihren Projekten lernt — statt dieselben Fehler immer wieder zu machen und bewährte Lösungen immer wieder neu zu erfinden.
Die Idee ist einleuchtend, die Umsetzung aber oft mangelhaft. Viele Organisationen führen pflichtschuldig eine Lessons-Learned-Sitzung am Projektende durch, deren Ergebnisse anschliessend niemand mehr ansieht. Das Wissen wird zwar gesammelt, aber nie genutzt. Damit ist der eigentliche Zweck verfehlt: Lessons Learned sind kein Selbstzweck, sondern sollen künftige Projekte besser machen.
Erfahrungen sammeln
Das Sammeln von Lessons Learned gelingt am besten in einer offenen, ehrlichen Atmosphäre, in der auch unangenehme Wahrheiten ausgesprochen werden dürfen. Geht es um Schuldzuweisungen, schweigen die Menschen. Geht es um Verbesserung, reden sie. Hilfreich sind klare Fragen: Was hat funktioniert und sollte beibehalten werden? Was lief nicht gut? Was waren die Ursachen? Was empfehlen wir künftigen Projekten?
Lessons Learned nur am Projektende zu sammeln, verschenkt Potenzial. Wer auch zwischendurch — etwa nach jeder Phase oder in Retrospektiven — reflektiert, kann noch im laufenden Projekt nachsteuern.
Die Verbindung zur Retrospektive
In agilen Projekten ist das Lernen aus Erfahrung fest eingebaut: Die Retrospektive am Ende jedes Sprints ist nichts anderes als regelmässige Lessons Learned im Kleinen. Das ist ein grosser Vorteil, weil die Erkenntnisse sofort in den nächsten Sprint einfliessen, statt erst am Projektende gesammelt zu werden. Klassische Projekte können von diesem Prinzip lernen und Reflexion nicht auf das Ende verschieben, sondern regelmässig einbauen.
Vom Wissen zur Anwendung
Der entscheidende und am häufigsten vernachlässigte Schritt ist die Anwendung. Gesammelte Erfahrungen nützen nur, wenn sie künftige Projekte tatsächlich erreichen. Dafür müssen sie zugänglich sein und in die Arbeit einfliessen — etwa indem Erkenntnisse in Checklisten, Vorlagen oder Prozesse übersetzt werden, die bei kommenden Projekten ohnehin genutzt werden. Eine Lessons-Learned-Sammlung, die niemand öffnet, ist wertlos; eine Erkenntnis, die in eine verbesserte Vorlage einfliesst, wirkt bei jedem künftigen Projekt.
Eine Lernkultur schaffen
Hinter wirksamen Lessons Learned steht eine Haltung: die Bereitschaft, ehrlich auf das eigene Tun zu blicken und besser werden zu wollen. Diese Lernkultur lässt sich nicht verordnen, aber fördern — indem Reflexion selbstverständlich wird, Fehler als Lerngelegenheit statt als Anlass für Schuldzuweisung gelten und die Anwendung von Erkenntnissen sichtbar belohnt wird. Wo diese Kultur lebt, werden Projekte über die Zeit messbar besser.
Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.
Häufige Fragen
- Was sind Lessons Learned?
- Die systematisch gesammelten Erfahrungen aus einem Projekt — was gut lief, was schlecht, was künftig anders gemacht werden sollte —, damit die Organisation aus ihren Projekten lernt.
- Warum bleiben Lessons Learned oft wirkungslos?
- Weil sie zwar gesammelt, aber nie genutzt werden. Eine Sammlung, die niemand mehr ansieht, verfehlt ihren Zweck. Entscheidend ist die Anwendung in künftigen Projekten.
- Wie macht man Lessons Learned nutzbar?
- Indem man Erkenntnisse zugänglich macht und in Checklisten, Vorlagen oder Prozesse übersetzt, die bei kommenden Projekten ohnehin genutzt werden — so wirken sie automatisch.