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Glossar

Go-live

Der Go-live ist der Moment, in dem eine Lösung in den produktiven Betrieb geht. Dieser Beitrag erklärt den Begriff und worauf es ankommt.

5 Min. LesezeitVon Leutrim Miftaraj
Kurz gesagt

Der Go-live ist der Zeitpunkt, an dem eine neue Lösung produktiv in Betrieb geht und von den Nutzenden im Alltag verwendet wird. Ein sauberer Go-live braucht klare Go/No-Go-Kriterien, einen Rückfallplan, geschulte Nutzende und eine intensivere Betreuung in den ersten Tagen danach (Hypercare).

Definition

Der Go-live bezeichnet den Zeitpunkt, an dem eine entwickelte Lösung in den echten, produktiven Betrieb geht und von den tatsächlichen Nutzern verwendet wird. Es ist der Moment, in dem aus einem Projektergebnis gelebte Realität wird — oft einer der kritischsten und sichtbarsten Augenblicke eines Vorhabens.

Der Go-live ist mehr als ein technischer Schalter, der umgelegt wird. Er markiert den Übergang von der Projekt- in die Betriebswelt und berührt viele Beteiligte zugleich: Nutzer, die mit dem Neuen arbeiten müssen, den Betrieb, der es fortan trägt, und das Projekt, das sein Ergebnis übergibt. Entsprechend will dieser Moment gut vorbereitet sein.

Was einen guten Go-live ausmacht

Ein gelungener Go-live ist gründlich vorbereitet. Dazu gehört, dass die Lösung ausreichend getestet ist, dass die Nutzer geschult und informiert sind, dass der Betrieb übernehmen kann und dass ein Plan für den Fall existiert, dass etwas schiefgeht. Gerade dieser Rückfallplan ist wichtig: Ein Go-live ohne durchdachten Plan B ist ein unnötiges Risiko.

Der Tag danach zählt

Ein Go-live endet nicht mit der Inbetriebnahme. Die ersten Tage im Echtbetrieb brauchen besondere Aufmerksamkeit und schnelle Unterstützung, wenn Probleme auftauchen.

Go-live und Change Management

Der technische Go-live ist nur eine Seite. Die andere ist die menschliche: Die Nutzer müssen die neue Lösung annehmen und damit arbeiten können. Hier berühren sich Go-live und Change Management. Ein technisch perfekter Go-live nützt wenig, wenn die Menschen überfordert oder nicht mitgenommen sind. Schulung, Kommunikation und Unterstützung in der Anfangsphase entscheiden mit darüber, ob aus dem Go-live ein Erfolg wird.

Die Go-live-Checkliste

  • Abnahmetests bestanden, keine abnahmehindernden Mängel offen.
  • Datenmigration geprobt und Abgleich der Daten erfolgreich.
  • Nutzende geschult, Anleitungen verfügbar.
  • Support und Betrieb vorbereitet, Eskalationswege bekannt.
  • Rückfallplan dokumentiert und getestet.
  • Kommunikation an Betroffene versandt.
  • Go/No-Go-Entscheid formell getroffen und dokumentiert.

Go/No-Go: nach Kriterien entscheiden

KriteriumGo, wenn …
QualitätAlle Muss-Testfälle bestanden, nur leichte Mängel offen
DatenMigration vollständig, Stichproben korrekt
MenschenSchlüsselnutzende geschult, Support besetzt
BetriebMonitoring aktiv, Zuständigkeiten geklärt
RückfallRückkehr zum alten Zustand ist möglich und geprobt

Die Kriterien gehören vor den Entscheidungstag festgelegt. Wer sie erst am Tag selbst diskutiert, entscheidet unter Zeitdruck nach Gefühl — meist für ein Go, das später teuer wird.

Einführungsstrategien

StrategieVorgehenGeeignet, wenn
Big BangAlle wechseln zum gleichen ZeitpunktParallelbetrieb unmöglich, gute Vorbereitung
StufenweiseStandort für Standort oder Bereich für BereichRisiko begrenzen, Lernen zwischen Stufen
PilotEine Gruppe testet produktiv, dann folgen die anderenUnsicherheit über Akzeptanz oder Abläufe
ParallelbetriebAlt und neu laufen eine Zeit lang nebeneinanderHohe Kritikalität, Aufwand tragbar

Hypercare: die ersten Wochen danach

Nach dem Go-live folgt eine Phase erhöhter Betreuung, oft Hypercare genannt. Das Projektteam bleibt erreichbar, Störungen werden priorisiert behandelt, Rückmeldungen täglich ausgewertet. Erst wenn die Lösung stabil läuft und die Zahl der Anfragen sinkt, wird formell an den Betrieb übergeben.

Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.

Häufige Fragen

Was ist ein Go-live?
Der Zeitpunkt, an dem eine entwickelte Lösung in den produktiven Betrieb geht und von den echten Nutzern verwendet wird — der Übergang von der Projekt- in die Betriebswelt.
Was macht einen guten Go-live aus?
Gründliche Vorbereitung: ausreichende Tests, geschulte Nutzer, ein übernahmebereiter Betrieb und ein Rückfallplan für den Fall, dass etwas schiefgeht.
Was hat der Go-live mit Change Management zu tun?
Viel. Ein technisch perfekter Go-live nützt wenig, wenn die Nutzer das Neue nicht annehmen. Schulung, Kommunikation und Unterstützung entscheiden mit über den Erfolg.
Was ist eine Go-live-Checkliste?
Eine Liste der Voraussetzungen für den Produktivstart: bestandene Tests, geprobte Migration, geschulte Nutzende, vorbereiteter Support, Rückfallplan, Kommunikation und dokumentierter Go/No-Go-Entscheid.
Was bedeutet Hypercare?
Eine Phase erhöhter Betreuung direkt nach dem Go-live, in der das Projektteam Störungen priorisiert behandelt, bevor die Lösung an den regulären Betrieb übergeben wird.