Feiertage sind in der Schweiz überwiegend kantonal geregelt: Nur wenige gelten überall, viele nur in bestimmten Kantonen oder Regionen. Für kantonsübergreifende Projekte heisst das: Feiertagskalender der beteiligten Standorte prüfen, Brückentage und regionale Ferienmuster einrechnen und Termine nicht auf Tage legen, an denen Teile des Teams abwesend sind. Die Kapazitätsplanung braucht den regional korrekten Kalender, nicht einen generischen.
Warum Feiertage ein Planungsfaktor sind
In vielen Ländern sind Feiertage national einheitlich — in der Schweiz sind sie überwiegend kantonal geregelt, und das mit erheblicher Vielfalt. Nur wenige Tage gelten wirklich überall; die meisten unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, teils sogar innerhalb eines Kantons nach Gemeinde oder Konfession. Für einen Projektleitenden mit Team an einem Standort ist das kaum spürbar. Sobald aber ein Projekt mehrere Kantone berührt — verteiltes Team, Standorte in verschiedenen Regionen, Zusammenarbeit mit Partnern anderswo —, wird die Feiertagsvielfalt zum realen Kapazitäts- und Terminfaktor: Ein wichtiger Meeting-Tag kann in einem Landesteil ein Feiertag sein, an dem die halbe Runde fehlt; eine Deadline kann in eine regionale Feiertagshäufung fallen. Wer mit einem generischen Kalender plant, plant an der Realität vorbei.
Die konkreten Stolperfallen
- Kantonal unterschiedliche Feiertage: Was am Standort der Projektleitung Arbeitstag ist, kann am Standort eines Teammitglieds Feiertag sein — Meetings und Deadlines auf solche Tage treffen Teile des Teams unvorbereitet.
- Brückentage: Rund um Feiertage, die auf Dienstag oder Donnerstag fallen, nehmen viele den Brückentag frei — die faktische Verfügbarkeit sinkt über den einzelnen Feiertag hinaus.
- Regionale Ferienmuster: Schulferien und Ferienhäufungen unterscheiden sich regional; die Sommer- und die Feiertagsphasen um Weihnachten/Neujahr reduzieren die Kapazität teils erheblich und regional verschieden.
- Grenzregionen und Partner: Bei Zusammenarbeit über die Landesgrenze (z. B. mit EU-Partnern) kommen deren Feiertage dazu — nochmals ein anderer Kalender.
In die Planung einbauen
- 01Feiertagskalender der Standorte erfassenZu Projektbeginn die Feiertage aller beteiligten Kantone und Standorte zusammentragen — und bei Bedarf die der Partner. Diese Übersicht ist die Grundlage für realistische Termin- und Kapazitätsplanung.
- 02Kritische Termine prüfenWichtige Meetings, Meilensteine und Deadlines gegen den kombinierten Feiertagskalender legen — nichts Zentrales auf einen Tag setzen, an dem Teile des Teams fehlen.
- 03Kapazität in Feiertagsphasen realistisch ansetzenIn feiertagsreichen und Ferienphasen die verfügbare Kapazität nach unten korrigieren — die Netto-Kapazitätsrechnung braucht den regional korrekten Kalender, nicht den Durchschnitt.
- 04Puffer um kritische Phasen legenGo-lives und wichtige Abschlüsse nicht unmittelbar vor oder in Feiertagshäufungen planen — reduzierte Verfügbarkeit trifft dann genau die Phase, die volle Präsenz braucht.
Pragmatisch statt perfektionistisch
Die Feiertagsvielfalt ist ein Detail — aber eines, das übersehen wird und dann konkret schmerzt: das wichtige Meeting, zu dem die Westschweizer Kollegen wegen eines dort geltenden Feiertags fehlen; die Deadline, die niemand hält, weil sie zwischen Feiertag und Wochenende in einem verlängerten Wochenende versinkt. Der Aufwand, das zu vermeiden, ist minimal — ein kombinierter Feiertagskalender zu Projektbeginn und ein Blick darauf bei jeder wichtigen Terminierung. Der Nutzen ist überproportional: keine bösen Überraschungen, keine unhaltbaren Termine, keine als respektlos empfundene Terminierung auf den Feiertag einer anderen Region. Es lohnt sich, diesen kleinen Schritt in die Startroutine mehrkantonaler Projekte aufzunehmen — er kostet zehn Minuten und erspart wiederkehrenden Ärger.
Ein gemeinsam gepflegter Projektkalender, in dem die Feiertage und Hauptabwesenheiten aller Standorte sichtbar sind, macht die Feiertagsvielfalt handhabbar: Wer einen Termin sucht, sieht sofort, wo jemand fehlt — statt es hinterher zu erfahren.
Diese Methode lässt sich in einem Projekt-Tool wie Flenio direkt abbilden — DACH-nativ und DSG-konform gehostet.
Häufige Fragen
- Welche Feiertage gelten in der ganzen Schweiz?
- Nur wenige gelten wirklich überall — Neujahr, Auffahrt, der 1. August (Bundesfeier) und Weihnachten gehören zu den landesweit verbreiteten. Die meisten anderen sind kantonal geregelt und unterscheiden sich teils erheblich. Für die Planung zählt nicht die allgemeine Regel, sondern der konkrete Kalender der beteiligten Kantone.
- Wie finde ich die Feiertage der beteiligten Kantone?
- Die kantonalen Feiertagsregelungen sind öffentlich zugänglich; viele Kalenderwerkzeuge bieten kantonale Feiertagsansichten. Für ein mehrkantonales Projekt lohnt es sich, die relevanten Kalender einmal sauber zusammenzuführen und im gemeinsamen Projektkalender abzubilden.
- Spielt das auch bei rein digitaler Zusammenarbeit eine Rolle?
- Ja — die physische Distanz ändert nichts an der Verfügbarkeit: Wer am regionalen Feiertag frei hat, ist auch digital nicht da. Gerade bei verteilten Remote-Teams über Kantonsgrenzen hinweg ist der kombinierte Feiertagskalender wichtig, weil die Abwesenheiten sonst unsichtbar bleiben, bis der Termin platzt.