Zwei agile Wege
Scrum und Kanban gehören beide zur agilen Welt, gehen aber unterschiedlich vor. Scrum strukturiert die Arbeit in feste Sprints mit klaren Rollen und Events und liefert am Ende jedes Sprints ein Ergebnis. Kanban setzt auf einen kontinuierlichen Fluss: Aufgaben wandern über ein Board, und die Menge gleichzeitiger Arbeit wird begrenzt, statt in Zyklen zu planen.
Der Unterschied liegt im Rhythmus. Scrum arbeitet im festen Takt der Sprints, was Planbarkeit und einen klaren Rhythmus schafft. Kanban arbeitet im kontinuierlichen Fluss, was Flexibilität und schnelle Reaktion ermöglicht. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung — sie passen zu unterschiedlichen Arten von Arbeit.
Die zentralen Unterschiede
| Aspekt | Scrum | Kanban |
|---|---|---|
| Rhythmus | Feste Sprints | Kontinuierlicher Fluss |
| Rollen | Definiert (PO, SM, Team) | Keine vorgeschrieben |
| Planung | Pro Sprint | Laufend |
| Änderungen | Zwischen Sprints | Jederzeit |
| Begrenzung | Sprint-Umfang | Work in Progress |
| Stärke bei | Plan- und Lieferrhythmus | Fluss und Flexibilität |
Wann Scrum passt
Scrum passt für Teams und Vorhaben, die von einem festen Rhythmus profitieren. Wenn sich Arbeit gut in Sprints planen lässt, wenn klare Rollen helfen und wenn das regelmässige Liefern eines Ergebnisses am Sprintende wertvoll ist, spielt Scrum seine Stärken aus. Besonders in der Produktentwicklung, wo in Iterationen gearbeitet und gelernt wird, ist Scrum verbreitet.
Wann Kanban passt
Kanban passt für Arbeit, die kontinuierlich und in wechselnder Priorität hereinkommt — etwa Support, Wartung, Betrieb oder Marketing. Wenn sich Aufgaben schlecht in feste Sprints zwängen lassen und schnelle Reaktion wichtig ist, ist der kontinuierliche Fluss von Kanban im Vorteil. Auch für Teams, die mit wenig Zeremonie starten wollen, ist Kanban ein guter Einstieg.
Viele Teams kombinieren die Stärken beider Ansätze zu Scrumban — etwa Kanbans Fluss mit Scrums Rhythmus und Retrospektiven. Die Grenzen sind fliessend.
Die Wahl treffen
Die Wahl zwischen Scrum und Kanban hängt von der Art der Arbeit ab. Lässt sich die Arbeit gut in Iterationen planen und profitiert sie von einem festen Rhythmus? Dann Scrum. Kommt die Arbeit kontinuierlich und in wechselnder Priorität herein? Dann Kanban. Viele Teams beginnen mit einem Ansatz und passen ihn mit der Zeit an ihre Realität an — oft landen sie bei einer Mischung. Wichtiger als die reine Lehre ist, dass der gewählte Ansatz dem Team wirklich hilft.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Scrum und Kanban?
- Scrum arbeitet in festen Sprints mit klaren Rollen und Events. Kanban setzt auf kontinuierlichen Fluss über ein Board und begrenzt die gleichzeitige Arbeit, statt in Zyklen zu planen.
- Ist Scrum oder Kanban besser?
- Keines ist grundsätzlich besser. Scrum passt für Arbeit mit festem Rhythmus, Kanban für kontinuierlich hereinkommende Arbeit. Viele Teams kombinieren beides zu Scrumban.
- Wann sollte man Kanban wählen?
- Für Arbeit, die kontinuierlich und in wechselnder Priorität hereinkommt, etwa Support, Wartung oder Betrieb, und wenn schnelle Reaktion wichtiger ist als ein fester Sprint-Rhythmus.